Zwei Jahre Extra Akademie: Von Resilienzfaktoren und Butterwürfeln

Zwei Jahre Extra Akademie: Von Resilienzfaktoren und Butterwürfeln

Als sich im März 2012 rund 50 Kolleginnen und Kollegen in einer Restaurantküche in Hamburg-Poppenbüttel versammelten, war ihnen noch nicht klar, was aus der ersten Veranstaltung der neuen Extra Akademie entstehen sollte. Zwei Jahre danach bietet die Akademie in den Themenfeldern Psychologie, Ernährung sowie Recht und Organisation ein umfangreiches Fortbildungsangebot für Beschäftigte im Extra Team Kita.

Der Weg von der Idee, die Extra Akademie zu gründen, bis zur tatsächlichen Umsetzung, war länger als erwartet. So mussten geeignete Schulungsräume und kompetente Referenten gefunden werden. Nicht zuletzt musste ein strukturierter und interessanter Seminarplan  entworfen werden, der die Teilnehmer begeistert. „Bei der ersten Veranstaltung war ich einfach nur gespannt, wie das Seminar bei den Kolleginnen und Kollegen überhaupt ankommt,“ erinnert sich Tessa Dittmer, die das Extra Team Kita in Hamburg und Lübeck leitet. „Wir hatten uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht und mit den Kollegen ausführlich gesprochen. Wir wollten Seminare anbieten, bei denen die Teilnehmer aktiv einbezogen werden, statt nur passiv den Vortragenden zuzuhören.“

Für das erste Seminar haben wir uns dann entschieden, in einem Kochkurs, bei dem jeder Teilnehmer auch selber in der Küche steht, zu zeigen, wie ein kindgerechtes Essen lecker und gesund zubereitet werden kann. Für den theoretischen Hintergrund sorgte die Heilpraktikerin Judith Kliewe. In Küche und Restaurant von Jörg Lemke im Forum Alstertal setzen wir die Theorie unmittelbar in die Praxis um. Seit Sommer 2013 betreut Katharina Kirchner die Organisation der Extra Akademie Veranstaltungen. Mittlerweile hat sie schon eine ganze Reihe von Schulungen vorbereitet und auch an den einzelnen Veranstaltungen selbst teilgenommen. „Sehr stark war mir aufgefallen“, so Kirchner, „wie wichtig es ist, ausreichend Zeit zum Diskutieren und für den Erfahrungsaustausch einzuplanen. Das kam anfangs teilweise etwas zu kurz. Seit 2014 haben wir daher für die einzelnen Veranstaltungen mehr Zeit eingeplant.“

Entscheidend für die Entwicklung des Akademie-Angebotes war von Anfang an das Teilnehmer-Feedback. Bis heute endet jede Schulung mit einer Bewertung durch die Teilnehmer. Hier haben sie auch die Möglichkeit, Themen für zukünftige Veranstaltungen vorzuschlagen. „Ich war überrascht über die sehr speziellen Themenwünsche der Teilnehmer.“, so Kirchner. „Wir hatten bei der Konzeption der Veranstaltungen zunächst versucht, einen möglichst breiten Themenbereich zu berücksichtigen und nur vereinzelt Spezialthemen zu behandeln. Das erschien uns wichtig, weil unsere Kolleginnen und Kollegen in so vielen unterschiedlich strukturierten Einrichtungen tätig sind. Inzwischen wissen wir, dass die Bearbeitung speziellerer Themen, insbesondere aus dem Bereich Psychologie, als interessanter empfunden wird.“

Tatsächlich wurden die entwicklungspsychologischen Seminare von den Teilnehmern besonders gut bewertet und auffallend häufig auf die Wunschliste künftiger Veranstaltungen gesetzt. „Dabei war es für uns eine besonders große Herausforderung, gerade für diesen Bereich Referenten zu finden, die in der Lage sind, in der relativ kurzen Zeit des Seminars das Vertrauen der Teilnehmer zu gewinnen und so auch inhaltlich einen interessanten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen“, erinnert sich Extra-Geschäftsführer Christoph Sembritzki. „Ich bin sehr glücklich, dass wir mit Franka Metzner und Franziska Bomba zwei hervorragende Psychologinnen für unsere Akademie begeistern konnten, die stets gemeinsam als Referentinnen in den Schulungen zur Verfügung stehen und auf diese Art ein hohes Maß an Interaktion mit der Teilnehmergruppe ermöglichen.“

Der so entstehende Workshop-Charakter ist auch für die Referentinnen selbst eine Bereicherung ihrer Arbeit. „Insgesamt gefällt uns das Konzept der Extra Akademie ausgesprochen gut“, meint Franka Metzner. „Wir konnten unsere Erfahrungen mit den bisherigen Veranstaltungen sehr intensiv mit den Verantwortlichen im Extra Team Kita besprechen und freuen uns, dass viele von unseren Ideen für zukünftige Veranstaltungen bereits von den Teilnehmern auf den Feedbackbogen vorweggenommen worden sind.“ Besonders gefreut hat sich Franziska Bomba darüber, dass einige Teilnehmer gleich zu mehreren Veranstaltungen gekommen sind. „Wir haben nicht erwartet, dass wir die Möglichkeit bekommen, Teilnehmer über mehrere Seminare besser kennenlernen zu können. Gerade von diesen ‚erfahrenen‘ Teilnehmern kommen sehr viele wertvolle Beiträge. Das macht es uns als Referentinnen auch leichter, den Stoff lebendig zu vermitteln.“

Im ernährungswissenschaftlichen Bereich konnte die Extra Akademie inzwischen mit der Dipl.-Ökotrophologin Anette Frisch eine weitere renommierte Referentin gewinnen. Anette Frisch hat auch das erste Seminar der Extra Akademie in Berlin durchgeführt. Hier konnte sie die Teilnehmer besonders beeindrucken, indem sie den relativen Fettgehalt von Lebensmitteln anhand kleiner Würfel verpackter Butter darstellte. Einen wichtigen Anteil am erfolgreichen Start der Extra Akademie hatte die Entscheidung, die Hamburger Veranstaltungen in den Seminarräumen der SOAL in Hamburg-Altona durchzuführen. Hier stehen moderne Präsentationsgeräte zur Verfügung und die ruhige Umgebung bietet die Möglichkeit sich ganz auf den Seminarinhalt zu konzentrieren.

„Es war eine hervorragende Entscheidung, die Extra Akademie zu gründen“, ist Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay überzeugt. „Ich bin sicher, dass auch unsere neuen Themen gut angenommen werden, denn sie beruhen maßgeblich auf den Ideen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

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Top-Thema der Extra Akademie: Resilienzfaktoren
Die beliebtesten Kurse waren 2013 die im Rahmen der entwicklungspsychologischen Reihe angebotenen Veranstaltungen zu Resilienz- bzw. Schutzfaktoren. Zu Beginn dieser Veranstaltungen wurde ein kurzer Ausschnitt aus einem Dokumentarfilm gezeigt. Er schildert den Alltag eines fünfjährigen Jungen, der zusammen mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester bei seiner überforderten Mutter aufwächst. Obwohl selber noch ein Kind übernimmt der Junge klaglos die Verantwortung für seine Schwester. Selbstvertrauen erhält er bei den Erziehern seiner Nachmittagsbetreuung. In den sich an den Filmausschnitt anschließenden Diskussionen konnten die Teilnehmer dann die weiteren Bereiche und Situationen herausarbeiten, die als Schutzfaktor dienen können.

Bilder:
Dipl.-Psych. Franka Metzner zum Thema Entwicklungspsychologie
Kolleginnen im Praxisteil der ersten ernährungswissenschaftlichen Fortbildung
Tessa Dittmer (l.) und Katharina Kirchner vor dem Gebäude der Hamburger „Soal“

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