„In der Kita habe ich meine berufliche Heimat gefunden.“

Extra Team Kita - Sabine Kaestner

Sabine Kästner ist eine „Ehemalige“. Ganz häufig bleiben wir bei Extra auch mit Menschen verbunden, wenn sie den Arbeitgeber gewechselt haben. So wächst die „Familie“ und wir freuen uns, immer wieder interessante Lebensgeschichten begleiten zu dürfen. Mit Sabine Kästner sprachen wir über ihren beruflichen Neustart in der bunten Arbeitswelt der Kita.

Extra Update Kita: Frau Kästner, wir wissen, dass Sie heute in der Kita ihren Wunscharbeitsplatz gefunden haben und sind natürlich etwas stolz darauf, dass wir Ihnen helfen konnten. Aber Ihr Weg hierhin war nicht ganz gerade, oder?

Sabine Kästner: Nein, wirklich nicht. Ursprünglich bin ich ja gelernte Werkzeugmacherin. Direkt nach der Schule, damals noch in der DDR, hatte man mir diese Ausbildung angeboten. Damals wusste ich noch nicht so richtig, was ich wollte. Einige Jahre habe ich in dem Beruf aber gearbeitet, zuletzt sogar in der Qualitätskontrolle. Ergänzend habe ich dann berufsbegleitend eine zweite Ausbildung begonnen. Ich wollte Facharbeiter für Schreibtechnik werden, so nannte man das damals. Vollenden konnte ich das aber nicht mehr. Da kam die Wende dazwischen.

War die Wende für Sie persönlich auch ein beruflicher Umbruch?

Ich ging zunächst nach Berlin, arbeitete als Bäckereiverkäuferin und versuchte mit einer Qualifizierung zur Bürofachkraft mein Ziel weiter zu verfolgen. Das hat auch geklappt und ich konnte in ein Baubüro wechseln. Sicher, das war nicht uninteressant. Aber ich habe doch gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Also bin ich wieder in den Handel zurück. Diesmal mit dem Ziel der Weiterqualifizierung in dieser mir ja schon bekannten Branche. Das Team stimmte aber nicht, so dass ich mir nach einer Weile überlegte, professionellen Rat zu suchen.

Mit wem haben Sie sich beraten?

Das war der Lernladen im Berliner Prenzlauer Berg. Das hat mir einen richtigen Kick gegeben. In der Auseinandersetzung mit meinen Wünschen, Stärken und Schwächen habe ich gemerkt, dass die Arbeit mit Kindern für mich das Richtige sein könnte. Ich habe mich dann bei ganz vielen Unternehmen beworben. Aber nur vom Extra Team Kita habe ich eine Antwort erhalten.

Das Problem war sicher die formelle Qualifikation.

Ja, richtig. Ich hatte ja noch keine Ausbildung als Erzieherin. Aber im Extra Team Kita bekam ich die Chance, sofort auch ohne formelle Qualifikation zu beginnen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich Vormittags im Extra-Büro meinen Arbeitsvertrag unterzeichnet habe und dann gleich mit dem Zug in die Krippe gefahren bin. Das war ein toller Einstieg. Aber natürlich wollte ich eine pädagogische Ausbildung nachholen.

Wie haben Sie Ihr Ziel einer Ausbildung als Erzieherin anpacken können?

Zunächst war ich erfolglos. Ich informierte mich zwar bei einer ersten Schule, die lehnte aber ab. Ich habe dann einfach einmal weiter gearbeitet und mich parallel anderweitig bei Schulen beworben. Möglich wurde die Ausbildung dann durch die Zusammenarbeit zwischen Extra und dem Träger einer Einrichtung. Ich bin für den Praxisteil direkt dorthin gewechselt und habe meinen Schulplatz organisiert.

Im Februar 2015 geht’s los mit meiner Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Die Ausbildung wird drei Jahre dauern, zweimal die Woche bin ich für 8 Stunden in der Schule. Das wird nicht ohne.

Wir drücken die Daumen, dass das gut klappt. Wie sehen Sie auf Ihre Zeit im Extra Team Kita zurück? Das waren immerhin zwei Jahre.

Bei Extra konnte ich ganz schnell und ohne lange Wartezeiten einsteigen. Da konnte ich mich beweisen. Ohne diese Chance hätte ich wohl kaum meinen Einstieg in die Kita finden können. Auch die Einrichtung, bei der ich jetzt die Ausbildung beginne, stellt eigentlich grundsätzlich nur Personen mit Berufserfahrung ein. Die Begleitung von Extra war deshalb wichtig. Inzwischen ist mir klar geworden, dass mein Weg eine Ausnahme ist. Nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Extra und einer engagierten Kita-Leitung hat das so klappen können.

Sehr hilfreich waren übrigens die Fortbildungen der Extra Akademie. Die Themen „Resilienzfaktoren“ und „Ernährung“ fand ich besonders interessant. Die Inhalte konnte ich immer gleich in den Kita-Alltag einbringen.

Sie haben uns erlaubt, Ihr Alter zu verraten. 2015 werden Sie 50 Jahre alt. War es nicht schwer, sich noch einmal ganz neu zu orientieren?

Natürlich ist das nicht ganz einfach. Aber ich habe das Gefühl, jetzt endlich eine berufliche Heimat gefunden zu haben. Die Kinder geben einem sofort zurück, was man ihnen gibt. Das ist einfach nur schön.

Vielen Dank und alles Gute für Ihre Ausbildung.

Bild: Sabine Kästner

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