Ich bin ein echter Profi geworden

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Schon während Ihres Studiums in Sozialer Arbeit hat sich Fraucke Backhaus auch für Design interessiert. In ihrer Diplomarbeit „Mode in Jugendkulturen“ verknüpfte sie beide Themen.

Wie es ihr heute gelingt, ihre Interessen beruflich umzusetzen, darüber sprach sie mit Extra-Geschäftsführer Christoph Sembritzki in Leipzig.

Christoph Sembritzki: Frau Backhaus, Sie sind vor 2 Jahren von Berlin nach Leipzig gekommen. Wie haben Sie es angestellt, einen Arbeitsplatz zu finden, der Ihren Ansprüchen entsprach?

Frauke Backhaus: Das war gar nicht einfach. Ich habe erst einmal bei einem Pflegedienst angefangen, der vor allem Pflegekräfte für die Betreuung von Intensivpflegepatienten beschäftigt hat. Dort war ich in der Personalabteilung für die Rekrutierung verantwortlich. Richtig glücklich bin ich dort allerdings nicht geworden.

Dann habe ich die Möglichkeit bekommen, in Leipzig bei einem großen Internet-Modeunternehmen als Stylistin anzufangen.

Was macht man als Stylistin?

Als Stylistin berate ich Kunden des Modeunternehmens bei der Wahl ihres Outfits. Man kann sich dort auf bestimmte Bereiche spezialisieren. Ich habe mir die Themen Business Casual für Herren sowie Hochzeiten ausgesucht.

Und wie sind Sie zum Extra Team Kita gekommen?

Neben meiner damaligen Tätigkeit wollte ich endlich wieder pädagogisch arbeiten. Ich bin da ziemlich strategisch vorgegangen und habe mir überlegt, bei welchen Unternehmen ich meine Arbeit als Stylistin mit der als Erzieherin vereinbaren kann. Für die Arbeit als Stylistin wollte ich weiterhin mindestens 2 Tage pro Woche zur Verfügung zu haben.

Ich habe ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass ich diese Flexibilität vor allem in der Zeitarbeit erhalten kann. Dann habe ich mir mehrere Unternehmen angeschaut und das Extra Team Kita hat auf mich den professionellsten und seriösesten Eindruck gemacht.

Direkt in einer Kita anzufangen, kam für Sie nicht in Frage?

Nein. Zwar bin ich gerade auch in den letzten zwei Jahren von mehreren Kita-Leiterinnen angesprochen worden, ob ich nicht wechseln möchte. Mir wurde teilweise sogar zugesichert, dass ich pro Woche nicht mehr als 20 Stunden arbeiten müsse. Ich bin jedoch sehr skeptisch, ob sich solche Zusagen auch tatsächlich langfristig einhalten lassen können, wenn es zu Problemen kommt. Beim Extra Team habe ich aber die Sicherheit, dass ich zwei Tage pro Woche für meine Nebentätigkeit freihalten kann.

Im Extra Team Kita hatten Sie damit tatsächlich keine Probleme?

Das ist richtig. Die Personalreferenten kümmern sich immer darum, dass mein vereinbartes Arbeitszeitfenster gut eingehalten wird. Das ist ja hier der Vorteil, dass ich nicht selbst mit der Einrichtungsleitung über meine Arbeitszeitwünsche verhandeln muss.

Wie haben Sie den Start bei uns erlebt?

Es war tatsächlich der beste Start, den ich jemals hatte. Zwar war jede Kita auf ihre Weise toll und ich habe mich überall wohl gefühlt, aber gerade bei meinem ersten Dienst bin ich unglaublich herzlich aufgenommen worden. Ich war ja einige Jahre raus aus dem Beruf und daher etwas unsicher. Die Kollegen in der Einrichtung haben mich aber in allem unterstützt und nach kurzer Zeit war ich wieder voll drin.

Mittlerweile würde ich mich sogar als totalen Profi bezeichnen. Aufgrund der Erfahrungen in mehreren Einrichtungen kann ich mittlerweile spontan jede beliebige Gruppe übernehmen. Ich kann mir inzwischen sogar innerhalb eines Tages die Namen aller Kinder einer Gruppe merken – früher habe ich dafür mindestens drei Tage benötigt.

Hatten Sie denn sehr viele Dienste in unterschiedlichen Einrichtungen?

Ich habe gerade einmal nachgerechnet. Tatsächlich war ich bisher in 23 verschiedenen Einrichtungen tätig. Dabei gab es sowohl richtig lange Zeiträume von bis zu neun Monaten in derselben Kita, aber eben auch viele kürzere Dienste von nur einigen Wochen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders gut?

Da gibt es mehrere Aspekte. Fachlich bin ich in den letzten Jahren richtig gewachsen. Wenn man in relativ kurzer Zeit mehrere unterschiedliche Kitas kennenlernt, lernt man eben auch, wie unterschiedlich Tagesabläufe und Aufgaben gestaltet werden können.

Außerdem genieße ich die gute Betreuung durch die Personalreferenten im Extra Team Kita und die Schulungen und die Events sind ein großer Pluspunkt.

Bald starten Sie wieder ein neues Projekt…

Ja, ich möchte mit meinem Partner für mehrere Monate nach Argentinien gehen. Wir haben dort Bekannte, die ein Eco-Food-Projekt betreiben. Wir sind gespannt, das Projekt kennenzulernen und planen auch, einige Eco-Farmen zu besuchen. Im Wesentlichen wollen wir aber das Land bereisen und viele neue Eindrücke sammeln.

Frau Backhaus, vielen Dank für das spannende Gespräch. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Reise nach Argentinien und freuen uns schon auf Ihren ausführlichen Reisebericht!

Bild: Fraucke Backhaus und Christoph Sembritzki

Ich bin ein echter Profi geworden

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Frau Siegemund-Botembe


Eigentlich ist Adèle Siegemund-Botembe von Beruf Krankenpflegehelferin. Mehrere Jahre hat sie in Berlin in verschiedenen Häusern gearbeitet. Im Gespräch mit der Berliner Extra-Niederlassungsleiterin Heike Weber erzählt sie einen Teil ihrer persönlichen Geschichte, wie sie zum Extra Team Kita gestossen ist und warum sie den abwechslungsreichen Berufsalltag dort so schätzt.

Extra Team Kita: Vor Ihrem Start bei Extra haben Sie in der Altenpflege gearbeitet. Was waren da ihre Schwerpunkte?

Adèle Siegemund-Botembe: Seit meiner Validations-Ausbildung war ich hauptsächlich in der Betreuung von Demenzpatienten tätig. Das war eine sehr spannende Aufgabe. Die Menschen brauchen Strukturen. Wir haben sie bei täglichen Ritualen wie der Körperpflege, bei Handarbeiten oder auch beim Kochen unterstützt. Wenn ein demenzkranker Mensch merkt ‚meine Welt wird von dir verstanden‘, dann blüht er auf. Das war eine tolle Sache!

Und dennoch wollten Sie sich beruflich verändern?

Nicht unbedingt. Die Arbeit mit Menschen mit Demenz war eine erfüllende Aufgabe. Doch 2012 ergab sich im Berliner Extra Team die Chance, einmal das Arbeitsumfeld der Kita kennenzulernen. Ich fand das spontan interessant.

So sind Sie dann ‚ins kalte Wasser‘ gesprungen?

Ja, schon. Mein erster Einsatz war in einer kleinen Einrichtung in Zehlendorf in einer gemischten Gruppe von Dreijährigen bis zu Kindern im Vorschulalter. Zuerst waren die Kinder zurückhaltend, aber ganz schnell war das Eis gebrochen. Bei den Kollegen ist das oft ähnlich. Wenn man als überbetrieblich eingesetzter Mitarbeiter erstmals in eine Einrichtung kommt, sind oft Vorbehalte da. Sobald die Kollegen aber merken, dass sie sich auf einen verlassen können, wollen sei einen immer wieder buchen. Dieses Akzeptanzproblem bei Kindern und Kollegen im ersten Moment des Kennenlernens ist ganz typisch für unsere Arbeit.

Sie stammen aus dem Kongo. Spielt das in dieser Frage der Akzeptanz eine Rolle?

Das glaube ich nicht. Manchmal haben Kinder einen anderen Rhythmus als andere. Ich habe schon erlebt, dass ich einen Zugang zu Kindern bekomme, den die Kolleginnen im Stammteam nicht haben. Aber das ist keine Frage meiner Herkunft. Gerade die Kinder haben keine Berührungsängste. Sie wissen gar nicht, was Rassismus ist, das wird ihnen nur leider manchmal später anerzogen. Sie gehen ganz offen auf mich zu. Manchmal werde ich gefragt: ‚Kommst Du jeden Tag aus Afrika?‘. Dann antworte ich: ‚Nein, ich komme aus Charlottenburg.“ Ab und zu muss ich auch erklären, nicht bemalt zu sein oder ich höre ganz lieb gemeinte Kommentare, wie ‚meine Schokoladenfrau‘. Das ist alles sehr natürlich. Am liebsten würden die Kinder mit mir nach Afrika reisen. Sie träumen von diesem Kontinent und auch davon, mit einer Giraffe zurückzukommen.

Welche Rolle spielt ihr Heimatland heute für Sie?

Ich habe das Land erst wieder entdecken müssen. Ich bin zwar in Kinshasa geboren aber schon mit 13 Jahren nach Europa gekommen. Das war in den 70er Jahren. Meine Mutter arbeitete damals im diplomatischen Dienst in Belgien, bevor wir nach Deutschland zogen. Erst 2012 war ich für zwei Monate im Kongo. Das war das erste Mal, dass ich das Land bewusst erlebte. Diese Zeit in Afrika war die schönste Zeit in meinem ganzen Leben. Ich habe zwei Monate richtig auf dem Dorf gewohnt. Das war eine Reise zu meinen Wurzeln voller Erfahrungen. Ich habe traditionelle Heilmethoden und ein ganz anderes Lebensgefühl kennengelernt. Leider leidet das Land noch heute unter den Folgen der Kolonialisierung. Aber es ist hoch interessant. Allein die Sprache! Wir haben neben Französisch noch über 200 verschiedene Sprachen und Dialekte im Kongo.

Hat Ihre Herkunft Einfluss auf Ihre Arbeit in der Kita?

Ein bisschen schon. Ich vermittele den Kindern, dass es etwas Gutes ist, anders zu sein. Andere Menschen sehen anders aus, aber sie denken wie wir. Diese Botschaft nehmen die Kinder sehr gerne an.

Im Extra Team Kita sind Sie immer wieder in anderen Einrichtungen eingesetzt. Wie erleben Sie diesen Alltag?

Ich liebe diese Wanderschaft. Sie ist abwechslungsreich. Ich lerne verschiedene Kitas kennen oder arbeite in der Einzelbetreuung in Privathaushalten. Bisher habe ich alle Angebote, in Einrichtungen direkt zu wechseln abgelehnt. Bei Extra kann ich viel mehr selbst entscheiden, wann und wo ich arbeiten möchte, als in einer festen Einrichtung. Das bereichert mein Leben. Man hat das Gefühl, man bleibt jung.

Wir wissen, dass Sie auch ehrenamtlich engagiert sind. Wofür setzen Sie sich ein?

Ich habe 5 Jahre lang ehrenamtlich für die Tafel in der Gedächtniskirche gearbeitet und dort einmal pro Woche das Frühstück für Bedürftige begleitet. 50 Jahre gab es diese Einrichtung. Ich habe dort Gespräche geführt und die Seelsorge unterstützt. Leider ist die Einrichtung jetzt geschlossen. Inzwischen arbeite ich einmal pro Woche in der Kleiderkammer. Auch das ist eine gute Erfahrung. Die Berliner sind unglaublich spendabel.

Bild: Adèle Siegemund-Botembe

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