„NICHTS BERÜHRT SO DIREKT WIE EIN KLANG“

Extra Team Kiita_Frau Voigt

Wenn Ingeborg Ursula Voigt in die Einrichtungen unserer Kunden kommt, wird sie nicht selten gefragt, wie sie sich musikalisch einbringen kann. Es hat sich herumgesprochen, dass die ausgebildete Konzertpianistin und Musikerzieherin ganz besondere Fähigkeiten hat. „Das Singen“, sagt sie, „bringt sofort Ruhe in eine Gruppe von Kindern. Das lockert alles.“

Extra Update Kita: Ihr Ruf eilt ihnen vorweg, Frau Voigt. Kürzlich wurden sie in einer Einrichtung von den Kindern mit einem lauten „Inge-singe-Dinge“ begrüßt. Bei den Kindern kommt es offenbar gut an, wie sie Musik in den Kita-Alltag integrieren.

Ingeborg Ursula Voigt: Ja, das war ein schönes Erlebnis. Ich schreibe ja oft meine eigenen Lieder, zum Beispiel Begrüßungs- oder Essenlieder. Die singen wir dann gemeinsam in den Kitas. Das macht den Kindern viel Spaß und mir übrigens auch.

Welche Rolle spielt die Musik in ihrem eigenen Leben?

Nach meiner Ausbildung als Konzertpianistin habe ich viel Kammermusik gemacht und viel unterrichtet. Als später meine eigenen Kinder ihre Schulabschlüsse gemacht hatten, habe ich an einer Musikschule wieder angefangen. Die Musik hat mich mein Leben lang begleitet.

Welche pädagogische Funktion würden sie der Musik zuschreiben?

Nichts berührt so direkt wie ein Klang. In integrativen Einrichtungen lässt Musik die Grenzen zwischen den Kindern verschwinden. Ich habe einmal mit einem Autisten und einem stotternden Kind gearbeitet. Über den Gesang fand ich zu beiden einen Zugang. Und das ist ganz wichtig für die weitere Begleitung der Kinder. Bei dem stotternden Kind ist es im Ergebnis zu einer Heilung gekommen. Diese erstaunliche Wirkung kennen wir aus der Musiktherapie. Eine Ausbildung in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so können wir Musik bewusst einsetzen.

Im Alltag senken wir manchmal einfach nur den Geräuschpegel mit meditativer Musik. Das geht sehr schnell. Doch wenn mehr Zeit ist, arbeiten wir synästhetisch. Es wird musiziert, getanzt, geschauspielert. Gerade mit den 3- bis 4-jährigen kann man so viel machen. Die Kinder lieben es, selbst Instrumente einzusetzen.

Oder denken sie an den Umgang mit Konflikten. Ich hatte kürzlich eine solche Szene: zwei Jungs hauten sich auf die Köpfe. Es war kurz vor einem Eklat. Dann haben meine Kollegin und ich begonnen, ein Lied zu singen und sofort haben sich die beiden Raufbolde hingesetzt und zugehört. Wir haben dann „Heile Segen“ gesungen, es melodiös ausgeschmückt und gemeinsam improvisiert. Manchmal ist es auch sehr wirkungsvoll ‚albern‘ oder ‚operesk‘ zu singen. Da ergänzen sich dann die Wirkungen von Musik und Humor.

Sind das die Momente, in den ihnen die Kinder am meisten von ihrer Arbeit zurückgeben?

Ja. Wenn ein Kind dann leuchtet und einem seinem Anerkennung schenkt, ist das ein herrlicher Moment. Das ist Leben pur, mit Kindern zu arbeiten.

Sie sind für Extra ja in verschiedenen Einrichtungen tätig. Können sie Musik überall in gleicher Weise einsetzen?

Ich komme wirklich viel herum. Es ist so schön, diese Abwechslung zu haben, in verschiedenen Einrichtungen zu improvisieren. Natürlich ist jede Einrichtung anders und es gibt überall einen klaren Tagesablauf. Aber wo immer es passt, bringe ich mich ein. Meistens sind ein Keyboard und die Orffschen Instrumente vorhanden. Damit kann man viel machen. Manchmal spiele ich den Kinder aber auch einfach nur etwas vor. Gerade Crossover-Musik mit orientalischen Einflüssen setze ich gerne quer durch alle Kulturen ein. Man muss eben immer überlegen, was gerade passt. Ich sammle beispielsweise Wiegenlieder, auch aus Algerien oder der Türkei. Damit kann ich immer sehr individuell auf Kinder eingehen. Nicht nur für die Kinder selbst ist das schön, auch die Kolleginnen nehmen das sehr dankbar auf.

Bei all den verschiedenen Gelegenheiten, Musik einzusetzen – was ist ein echter Höhepunkt für Sie bei der musikalischen Arbeit mit Kindern?

Am allerschönsten ist es, mit den Kindern draußen in der Natur zu singen. Da singen die Kinder den Vögeln nach!

Bild: Ingeborg Ursula Voigt

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