Im Moment arbeite ich in einer Traumeinrichtung

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Cornelia Lübke (rechts im Bild) traf sich in Dresden mit Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay (l.) zu einem Gespräch über ihre beruflichen Erfahrungen als Erzieherin in Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Und auch darüber, wie sie sich ihre perfekte Kita vorstellt.

Sebastian Lazay: Frau Lübke, Sie verlassen in Kürze unser Team, weil Sie in eine Kundeneinrichtung wechseln. Auch wenn wir sicher in Kontakt bleiben werden, lassen Sie uns zu diesem Anlass doch einmal über Ihre Erfahrungen in der Kita-Arbeit reden. Ich habe gehört, dass Sie lange Zeit außerhalb Sachsens tätig waren.

Cornelia Lübke: Ja, ich habe in Nordrhein-Westfalen studiert und lange dort gearbeitet. Sowohl die Ausbildung als auch die Einrichtungen dort waren hervorragend. Mein Weg hat mich trotzdem von Bonn zurück nach Dresden geführt, zum Wohnort meiner Eltern.
 
Wie haben Sie den beruflichen Wechsel empfunden? Gab es da große Unterschiede?

Ich bin da zunächst einmal theoretisch rangegangen. Der sächsische Bildungsplan erschien mir sehr hoch aufgegangen und ich fragte mich natürlich, wie das in der Realität abläuft. Das trägerübergreifende Jobangebot von Extra war deshalb ideal für mich. So konnte ich praktisch entdecken, wie verschiedene Einrichtungen in Sachsen wirklich arbeiten. Ich wollte da nicht gleich so fest gefangen sein, sondern mich beruflich eher eine Weile orientieren. Dieser Plan ist auch aufgegangen. In der Praxis habe ich gemerkt, dass vor allem das offene Konzept in NRW schon viel länger praktiziert worden war und in Sachsen tatsächlich noch mehr Gruppenaufteilungen praktiziert werden. 
 
War es leicht, sich auf wechselnde Einrichtungen einzustellen?

Bei meiner ersten Stelle wurde ich noch nicht so gut aufgenommen. Mir schien das so, als nähme man mich gar nicht wirklich wahr. Dann wurde mir klar, was das Problem war. Viele Kolleginnen waren nämlich ganz erstaunt, als ich zeigen konnte, wer ich wirklich war. Sie hatten eine unvermittelbare Kandidatin der Arbeitsagentur erwartet und keine erfahrene Fachkraft. Ich musste daher meine Qualifikation erst einmal unter Beweis stellen. Das ist dann aber auch geglückt. 
 
Es tut mir leid, das Ihr Start so holprig war.

Ach, das war schnell überwunden. Und in meiner jetzigen Einrichtung ist das sowieso ganz anders. Die Einrichtungsleitung ist vom Extra Team Kita überzeugt. Das ist die Grundlage für eine hervorragende Zusammenarbeit. Ich wurde dort aufgrund meiner Erfahrung auch bewusst ausgewählt. 
 
Haben Sie in der pädagogischen Arbeit Unterschiede zwischen NRW und Sachsen kennengelernt?

Mein Eindruck ist im Moment, dass die offene Arbeit in Sachsen eher noch ein Zukunftsthema ist. Da herrscht noch viel Angst vor der Veränderung. Ganz im Sinne von ‚Wir machen die Türen auf und alles ist erlaubt‘. Genau das ist es ja aber nicht. Nur werden eben Absprachen wichtiger. Kommunikation ist gefragt. Bei der offenen Arbeit ist alles im Flow. Es gibt keinen Bestimmer mehr. Gerade für Kolleginnen, die bisher etwas anderes gewohnt waren, ist eine Umstellung auf diese Arbeit sicher nicht leicht. Aber ich finde, es lohnt sich.

In NRW habe ich viele Eltern kennengelernt, die aus den neuen Bundesländern stammten. Ich hatte bei ihnen den Eindruck, dass sie sehr klare Vorstellungen davon hatten, bis wann welcher Entwicklungsschritt bei ihren Kindern vollzogen sein muss. Und diese – in nenne sie mal – ‚formale‘ Vorstellung habe ich dann später auch bei den Erzieherinnen in den Einrichtungen angetroffen. Man denkt hier eher in festen Abläufen. In NRW waren wir mehr daran gewöhnt, die Kinder einzubeziehen und zu begleiten. Ich habe in Dresden einmal den Satz gehört „Ein Junge zieht doch kein rosa T-Shirt an“. Das wäre in NRW undenkbar gewesen. Ich möchte das gar nicht werten, es ist nur einfach ein anderes Arbeiten. 
 
In Ihrer jetzigen Einrichtung müssten Sie ein eher heterogenes Team erleben. Stimmt das?
 
Das ist richtig. Ich selbst bin im Moment in einem sehr offenen Team innerhalb einer facettenreichen Einrichtung. Wir haben einen situationsorientierten Ansatz und werden von den Kolleginnen neugierig beobachtet, die ihre Arbeit eher etwas konventioneller strukturieren. Für mich ist das im Moment aber eine absolute Traumeinrichtung. Von der Architektur des Hauses bis zu den tollen Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf. Nach einer Weile wurde ich dort angesprochen, ob ich nicht direkt dort arbeiten möchte. Ich mache das jetzt sehr gerne. In der heutigen Konstellation mit der jetzigen Leitung werde ich mich dort sehr wohlfühlen. 
 
Und wir werden Sie schmerzlich in unserem Team vermissen.
 
Mir hilft es aber auch wirklich zu wissen, dass ich wieder ins Extra Team Kita zurückkommen kann. Es ist also jetzt ein Versuch für mich und ich weiss gar nicht, ob der Wechsel vielleicht zu früh erfolgt. Aber Kinder und Eltern sind toll. Ich habe lange darüber nachgedacht, denn natürlich verliere ich auch diesen Rückhalt durch das Extra Team Kita in Dresden. Die wechselnden Einrichtungen haben mir viel gebracht. Eigentlich hatte ich bei Extra nur Vorteile. Ich konnte mir viel ersparen, was mich inhaltlich nicht weitergebracht hat. Ich konnte mir meine Urlaube so einteilen, wie ich das brauchte und hatte mit dem ganzen „Trallala“ nichts zu tun. Ich ging einfach in die Einrichtung und tat das, was ich am liebsten mache – mit Kindern arbeiten. 

Kann man sagen, dass Sie Ihre Arbeit im Extra Team Kita als leichter als in einer herkömmlichen Beschäftigungsform empfunden haben?
 
Vielleicht eher freier als leichter. Man macht die Arbeit so gut wie möglich und wenn einen die Einrichtung nicht mehr braucht, dann kommt eben etwas Anderes. Wissen Sie, ich war früher sehr lange an meinen Arbeitsstellen. Heute, nach all den Erfahrungen, muss ich sagen: ich brauche keine Führungsposition mehr. Das ist nicht nah genug am Kind. Außerdem reizt es mich, regelmäßig einen neuen Input zu bekommen. Und ich möchte auch mit Kollegen zusammenarbeiten, die genauso denken.

Sie haben in Ihrer Laufbahn nicht nur verschiedene Bundesländer kennengelernt, sondern auch verschiedene Träger. Jetzt wechseln Sie in eine kirchliche Einrichtung. Wie empfinden Sie das im beruflichen Alltag?


Das ist eine sehr entspannte Atmosphäre. Mit den Kleinsten beten wir beispielsweise nicht. Wir transportieren Werte durch gemeinsame Feiern und Aktivitäten. Wir arbeiten dabei nach dem Jahreskreis. Gerade in kirchlichen Einrichtungen empfinde ich eine hohe Dankbarkeit gegenüber mir als Beschäftigter und auch gegenüber dem Extra Team Kita. Das ist auf allen Ebenen ein sehr kollegiales Verhältnis. 
 
Sie haben gesagt, Ihre aktuelle Kita sei im Moment eine Traumeinrichtung. Ist das schon der perfekte Arbeitsplatz für Sie als Erzieherin? 

Sie kommt dem Ideal auf jeden Fall nahe. Aber Sie sprechen da etwas Größeres an. Ich kenne viele Erzieher, die eine Vision haben. Eltern wollen ihre Kinder nicht einfach irgendwem überlassen. Sie wollen das Gefühl haben, dass ihre Kinder richtig gut betreut sind. Das geht nur mit Erziehern, die wirklich Lust auf ihre Arbeit haben. Dafür müssen sie gefragt und in ihrer eigenen Entwicklung gefördert werden. Die Eltern sind dann nicht Gegner, wie das manchmal leider der Fall ist, sondern Partner, die in ihren Wünschen ernst genommen werden müssen. Dazu gehört dann auch eine gewisse Dienstleistungsmentalität. Denn es geht eben auch um ganz praktische Fragen wie zum Beispiel Öffnungszeiten – übrigens auch an Samstagen und vielleicht sogar bis hin zur 24-Stunden-Kita. Ist es denn schlimm, wenn Eltern mal am Samstag ohne ihre Kinder einkaufen gehen möchten oder einmal einen Abend allein gestalten können?

Konzeptionell würde ich aus allen pädagogischen Konzepten, Modellen und Trägerschaften das Beste heraussuchen. Die Leute müssen zum Konzept passen und alle Regeln müssen altersgerecht sein. Ein Einjähriger kann zum Beispiel noch nicht selbst entscheiden, ob er essen möchte, oder nicht. Aber das wichtigste ist, die Eltern als Partner anzusehen und jedes Kind als Individuum. Ich kann nicht jedem Kind meine Konzeption überstülpen.

Glauben Sie, Ihre Haltung auf einen einzigen Satz verdichten zu können?

Ja, es ist ein Plädoyer für die freie Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern – miteinander über konzeptionelle Grenzen hinweg und unter intensiver Einbeziehung der Eltern. 
 
Frau Lübke, herzlichen Dank für dieses Gespräch. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer neuen Aufgabe und die Unterstützung von Träger, Leitungskräften und Kollegen. 

 

Bild: Cornelia Lübke (r.) im Gespräch mit Sebastian Lazay

 

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Im Moment arbeite ich in einer Traumeinrichtung

„Nichts berührt so direkt wie ein Klang“

Extra Team Kiita_Frau Voigt

Wenn Ingeborg Ursula Voigt in die Einrichtungen unserer Kunden kommt, wird sie nicht selten gefragt, wie sie sich musikalisch einbringen kann. Es hat sich herumgesprochen, dass die ausgebildete Konzertpianistin und Musikerzieherin ganz besondere Fähigkeiten hat. „Das Singen“, sagt sie, „bringt sofort Ruhe in eine Gruppe von Kindern. Das lockert alles.“

Extra Update Kita: Ihr Ruf eilt ihnen vorweg, Frau Voigt. Kürzlich wurden sie in einer Einrichtung von den Kindern mit einem lauten „Inge-singe-Dinge“ begrüßt. Bei den Kindern kommt es offenbar gut an, wie sie Musik in den Kita-Alltag integrieren.

Ingeborg Ursula Voigt: Ja, das war ein schönes Erlebnis. Ich schreibe ja oft meine eigenen Lieder, zum Beispiel Begrüßungs- oder Essenlieder. Die singen wir dann gemeinsam in den Kitas. Das macht den Kindern viel Spaß und mir übrigens auch.

Welche Rolle spielt die Musik in ihrem eigenen Leben?

Nach meiner Ausbildung als Konzertpianistin habe ich viel Kammermusik gemacht und viel unterrichtet. Als später meine eigenen Kinder ihre Schulabschlüsse gemacht hatten, habe ich an einer Musikschule wieder angefangen. Die Musik hat mich mein Leben lang begleitet.

Welche pädagogische Funktion würden sie der Musik zuschreiben?

Nichts berührt so direkt wie ein Klang. In integrativen Einrichtungen lässt Musik die Grenzen zwischen den Kindern verschwinden. Ich habe einmal mit einem Autisten und einem stotternden Kind gearbeitet. Über den Gesang fand ich zu beiden einen Zugang. Und das ist ganz wichtig für die weitere Begleitung der Kinder. Bei dem stotternden Kind ist es im Ergebnis zu einer Heilung gekommen. Diese erstaunliche Wirkung kennen wir aus der Musiktherapie. Eine Ausbildung in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so können wir Musik bewusst einsetzen.

Im Alltag senken wir manchmal einfach nur den Geräuschpegel mit meditativer Musik. Das geht sehr schnell. Doch wenn mehr Zeit ist, arbeiten wir synästhetisch. Es wird musiziert, getanzt, geschauspielert. Gerade mit den 3- bis 4-jährigen kann man so viel machen. Die Kinder lieben es, selbst Instrumente einzusetzen.

Oder denken sie an den Umgang mit Konflikten. Ich hatte kürzlich eine solche Szene: zwei Jungs hauten sich auf die Köpfe. Es war kurz vor einem Eklat. Dann haben meine Kollegin und ich begonnen, ein Lied zu singen und sofort haben sich die beiden Raufbolde hingesetzt und zugehört. Wir haben dann „Heile Segen“ gesungen, es melodiös ausgeschmückt und gemeinsam improvisiert. Manchmal ist es auch sehr wirkungsvoll ‚albern‘ oder ‚operesk‘ zu singen. Da ergänzen sich dann die Wirkungen von Musik und Humor.

Sind das die Momente, in den ihnen die Kinder am meisten von ihrer Arbeit zurückgeben?

Ja. Wenn ein Kind dann leuchtet und einem seinem Anerkennung schenkt, ist das ein herrlicher Moment. Das ist Leben pur, mit Kindern zu arbeiten.

Sie sind für Extra ja in verschiedenen Einrichtungen tätig. Können sie Musik überall in gleicher Weise einsetzen?

Ich komme wirklich viel herum. Es ist so schön, diese Abwechslung zu haben, in verschiedenen Einrichtungen zu improvisieren. Natürlich ist jede Einrichtung anders und es gibt überall einen klaren Tagesablauf. Aber wo immer es passt, bringe ich mich ein. Meistens sind ein Keyboard und die Orffschen Instrumente vorhanden. Damit kann man viel machen. Manchmal spiele ich den Kinder aber auch einfach nur etwas vor. Gerade Crossover-Musik mit orientalischen Einflüssen setze ich gerne quer durch alle Kulturen ein. Man muss eben immer überlegen, was gerade passt. Ich sammle beispielsweise Wiegenlieder, auch aus Algerien oder der Türkei. Damit kann ich immer sehr individuell auf Kinder eingehen. Nicht nur für die Kinder selbst ist das schön, auch die Kolleginnen nehmen das sehr dankbar auf.

Bei all den verschiedenen Gelegenheiten, Musik einzusetzen – was ist ein echter Höhepunkt für Sie bei der musikalischen Arbeit mit Kindern?

Am allerschönsten ist es, mit den Kindern draußen in der Natur zu singen. Da singen die Kinder den Vögeln nach!

Bild: Ingeborg Ursula Voigt

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