In drei Jahren bin ich wieder da

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Ihr beruflicher Start verlief nicht wie im Drehbuch. Fünf Jahre zurück: im Juli 2013 befindet sich Sandy Pivtoriac hochschwanger in ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin. Sie hält durch, schließt ihre Ausbildung erfolgreich ab, sichert sich parallel den Realschulabschluss und bringt danach ihre erste Tochter gesund auf die Welt. Zäh ist sie, verfolgt ihre Ziele. Was bisher geschah und wie sie ihre Zukunft gestalten wird, darüber sprach Sandy Pivtoriac mit der stellvertretenden Extra-Niederlassungsleiterin Julia Wengerek und Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay in Dresden.

Julia Wengerek: Frau Pivtoriac, Anfang 2018 sind sie auf unser Team in Dresden gestoßen. Wie kam es zu dem Kontakt?

Sandy Pivtoriac: Nach meiner Ausbildung als Sozialassistentin hatte ich schon 2015 versucht, die Erzieherausbildung anzuschließen. Aber wie schon bei meinem ersten Kind kam mir nochmals eine Schwangerschaft dazwischen. Nach dem Mutterschutz wollte ich dann zunächst wieder arbeiten und parallel so schnell wie möglich einen Ausbildungsplatz suchen. Ich wusste zunächst gar nicht warum das mit den Bewerbungen so zäh lief, auf jeden Fall war es mühsam. Ich bekam richtig skurrile Angebote. Zum Beispiel im Verkauf oder in einer Fleischerei. Das entsprach ja nun wirklich nicht meiner Ausbildung. Die nächsten Angebote kamen aus der Altenpflege. Das war ja schon eher die richtige Richtung, aber mir war das körperlich und seelisch zu anstrengend. In dieser Situation bin ich auf Extra gestoßen. Das Angebot war für mich wie eine Erlösung. Ich konnte endlich in meinem erlernten Beruf arbeiten.

Julia Wengerek: Sie hatten allerdings eine Bedingung im Gepäck, mit der wir klarkommen mussten.

Sandy Pivtoriac: Ja, ich vermute, dass ich davor deshalb Absagen bekommen hatte, weil ich ja nur zeitlich befristet, nämlich bis Juli 2018 eine Stelle suchte. Da haben alle immer gleich geblockt. Aber das hing eben mit meinem Ausbildungsplatz zusammen. Inzwischen hatte ich den nämlich gefunden und wusste damit, dass ich nur für wenige Monate würde arbeiten können.

Sebastian Lazay: Unsere Kollegen in Dresden sind darauf eingegangen und jetzt ist ihre Arbeit bei uns auch schon zu Ende. Wie haben Sie die fünf Monate, die es dann doch bei uns geworden sind, denn persönlich erlebt?

Sandy Pivtoriac: Für mich war das die perfekte Vorbereitung für die Erzieher-Ausbildung. Spätestens seit meinem zweiten Kind, und eigentlich schon seit ersten Babysitter-Erfahrungen als Teenager, war ich mir völlig sicher, den Abschluss als Erzieherin machen zu wollen. Deshalb wollte ich schon vor der Ausbildung möglichst viel Berufserfahrung in Kitas sammeln. Mit einem 30-Stunden-Vertrag konnte ich bei Extra genau so viel arbeiten, wie ich wollte. Und ich habe drei verschiedene Einrichtungen kennenlernen können, war viel in der Krippe und manchmal habe ich sogar in der Küche ausgeholfen. Mir hat alles viel Spaß gemacht. Natürlich sind die Einrichtungen unterschiedlich. Auf ein gutes Klima und ein kollegiales Verhältnis bin ich immer gestoßen. Der Zugang zu den Kollegen ging allerdings manchmal schneller und manchmal langsamer.

Sebastian Lazay: Der Zugang zu den Kindern geht meistens viel schneller. Was sind für sie die schönsten Ereignisse im Kita-Alltag?

Sandy Pivtoriac: Wenn ich in eine Einrichtung komme und die Kinder alle angerannt kommen – das ist so ein schöner Moment! Noch wichtiger ist es aber, die Entwicklungsschritte verfolgen zu können. Wenn der kleine Konrad, der Kleinste der Gruppe, plötzlich laufen kann, dann geht einem das Herz auf.

Julia Wengerek: Waren die Einsätze über uns Ihre ersten Kita-Erfahrungen?

Sandy Pivtoriac: Im Rahmen meiner Ausbildung als Sozialassistentin hatte ich schon einmal ein Praktikum in einer Kita gemacht. Bei Extra konnte ich darüber hinaus aber auch den Krippenbereich kennenlernen. Das hatte mir noch gefehlt. Den Alltag in Krippe und Kita habe ich daher jetzt drauf und weiß genau, was auf mich zukommt, wenn ich jetzt in die Ausbildung starte.

Julia Wengerek: Sie gehen da einen Weg, der gar nicht so selten ist. In Sachsen ist es möglich, nach einer zweijährigen Ausbildung als Sozialassistent oder nach einer anderen Ausbildung im Rahmen einer weiteren dreijährigen Ausbildung bis zum Abschluss als Erzieher zu gelangen. Die Ausbildung als Sozialassistent dient also der Vorbereitung und Orientierung, zum Beispiel ob man danach in der Altenpflege, der Kinder- und Jugendarbeit oder der Behindertenhilfe einsteigen möchte. Was erwartet Sie denn in den nächsten drei Jahren?

Sandy Pivtoriac: Ich mache die Ausbildung bei einem großen Sozialträger. Das wird für mich drei Jahre Schule bedeuten. Auch drei Praktika werde ich in dieser Zeit absolvieren, insgesamt über 11 Wochen.

Sebastian Lazay: Ein großes Thema im Sozialbereich ist ja im Moment, dass Schüler ihre Ausbildung oft selbst finanzieren müssen – im Gegensatz zum Beispiel zu Auszubildenden, die ja eine Ausbildungsvergütung erhalten. Wie ist das bei Ihnen geregelt?

Sandy Pivtoriac: Ich habe das Glück, dass ich gerade noch unter 25 Jahren alt bin. Deshalb werde ich Schüler-Bafög bekommen, das ich nicht zurückzahlen muss. Ohne diese Förderung würde ich das nicht schaffen. Schließlich muss ich auch noch rund 100 EUR im Monat Schulgeld bezahlen. Die Finanzierung war ein ganz schöner Antrags-Marathon. Aber ich habe das jetzt komplett durchgezogen.

Julia Wengerek: Wir drücken die Daumen für diesen nächsten Lebensabschnitt und wenn Sie möchten, bleiben wir natürlich in Kontakt.

Sandy Pivtoriac: Na klar. In drei Jahren bin ich wieder da. Allein die Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung war im Extra Team Kita ein toller Vorteil. Das war mir wegen meiner eigenen Kinder sehr wichtig und das wird auch weiterhin so sein.

 

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In drei Jahren bin ich wieder da

Warum ist ein Mensch so wie er ist?

Version 2

In Berlin-Charlottenburg trafen sich Miriam Grube, Johanna Gehrke und Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay zu einem Gespräch über die psychologischen Fortbildungsveranstaltungen der Extra Akademie in Berlin. 

Dipl.-Psych. Miriam Grube studierte in Gießen Psychologie mit Nebenfach Medizin und absolvierte anschließend in Berlin eine Weiterbildung in Verhaltenstherapie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Parallel dazu arbeitete sie in einer Kriseneinrichtung für Kinder- und Jugendliche sowie in der Psychiatrie und ist aktuell in einer Gemeinschaftspraxis (Institut für Psychotherapie und Familie) tätig. Dipl.-Psych. Johanna Gehrke sammelte nach dem Studium in Hamburg und Berlin Berufserfahrung in der Kinderpsychiatrie, absolvierte eine Weiterbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie für Kinder und Erwachsene, verfügt über Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen und in der psychologischen Online-Beratung.

Ihnen beiden gemeinsam ist ein Schwerpunkt in der ambulanten Psychotherapie und natürlich ihr Engagement als Referentinnen an der Extra Akademie.

Sebastian Lazay: Frau Gehrke, Frau Grube, vielen Dank für die heutige Runde hier in unserem Berliner Büro. Die Fortbildungsveranstaltungen der Extra Akademie laufen immer ganz ruhig und kontinuierlich im Hintergrund. Heute wollen wir das einmal ändern und diese Arbeit in den Fokus nehmen. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich aktuell?

Johanna Gehrke: Wir haben in Berlin einige Fortbildungsthemen von unseren Kolleginnen Franziska Bomba und Franka Metzner aus Hamburg übernommen. Dabei war und ist das Thema „Resilienz“ von besonderer Bedeutung. Aktuell läuft es unter der Überschrift „Innere Schätze heben“. Wir haben nun geplant, es in zwei Teile aufzuteilen, also in Grundlagen der Resilienz und die Vorbereitung der praktischen Umsetzung. Insgesamt bieten wir ab diesem Jahr zehn verschiedene Veranstaltungen an. Neu dazu gekommen sind zum Beispiel Stressbewältigung durch Achtsamkeit und Selbstfürsorge in zwei getrennten Veranstaltungen.

Neben pädagogischen Themen rund um die Förderung von Kindern und Jugendlichen geht es also auch um die Kolleginnen und Kollegen selbst?

Miriam Grube: Das ist richtig. Bei allen Themen ist uns sehr wichtig, dass die Teilnehmenden die Inhalte selbst erfahren. Praktische Übungen sind wichtig, um das Gelernte auch wirklich umsetzen zu können. Entweder mit den Kindern, oder mit sich selbst. Tatsächlich geht es um noch mehr als die Auffrischung oder Vertiefung von Wissen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Teilnehmenden sich gerne selbst in die Fortbildungen einbringen. Sie berichten von Erfahrungen, von positiven wie negativen Erlebnissen. Auch Stress gehört beispielsweise dazu und damit die Frage, wie der Einzelne damit umgehen kann. So kommt man dann immer wieder zu neuen Fragestellungen. Zum Beispiel zu Entspannungsmethoden. Hier geht es in ersten Übungen oft zunächst nur um das Wahrnehmen ohne zu bewerten. Darauf aufbauend kann man zum Beispiel mit der 30-Sekunden-Methode wirksame Wege für den Umgang mit Stress im Alltag aufzeigen.

Johanna Gehrke: Im letzten Jahr haben wir das kultursensible Arbeiten als neues Thema aufgenommen. Dabei haben wir einen Schwerpunkt auf den Umgang mit traumatisierenden Erfahrungen gelegt. Denken Sie dabei zum Beispiel an Angst vor Feuer, vor Geräuschen oder scheinbar unkritischen Gegenständen wie einer Klebepistole. Es gibt da viele Beispiele. Für uns erscheint es immer selbstverständlich, dass auch Andere die Welt so sehen wie wir. Doch das ist nicht so. Es hilft, wenn wir lernen, den Blick zu öffnen und diese Haltung in Frage zu stellen.

Das klingt nach einem sehr grundsätzlichen interkulturellen Austausch.

Miriam Grube: Ja – und der hat auch richtig Spaß gemacht. Wir haben nämlich auch einmal nach Vorurteilen gegenüber Deutschen gefragt. Teilnehmende mit ausländischem Hintergrund brachten ihre Sicht der Dinge ein und diskutierten das mit den Deutschen. Aus italienischer Sicht fiel zum Beispiel auf, wie stark das Leben in Deutschland nach festen Regeln abläuft. Der einzelne inhaltliche Aspekt war für uns aber gar nicht entscheidend, sondern vielmehr die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen, Einstellungen oder Kulturen. Diesen Austausch in der Gruppe fördern wir in unseren Veranstaltungen sehr, auch im Rahmen von Kleingruppenarbeit. Wir können hier einen sehr offenen und praktischen Dialog beobachten, sogar bei sehr schwierigen Themen wie zum Beispiel Mobbing.

Johanna Gehrke: Wir profitieren hier in Berlin sehr vom Engagement der Teilnehmenden. Sie bringen ganz viel praktische Erfahrung mit, sowohl positiv als auch negativ. Für unsere Veranstaltungen ist das sehr bereichernd. Und der Erfolg gibt uns recht. Die Schulungen sind gut nachgefragt und sehr positiv bewertet.

Miriam Grube: Dabei haben wir es in Berlin mit einer sehr heterogenen Gruppe zu tun. Von Menschen mit abgeschlossenem pädagogischen Studium bis zum Quereinsteiger ohne Ausbildung ist jeder dabei. Das ist eine Berliner Besonderheit. Das Team harmoniert in seiner Gemeinschaft sehr gut. Das ist im positiven Sinne wirklich besonders bemerkenswert.

Tatsächlich beschäftigen wir in Berlin teilweise auch Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung. Das ist sonst in unserem Hause nicht möglich. Dabei achten wir jedoch auf eine gute Eignung für eine Arbeit in Kitas. Eine Vorerfahrung als Tagesmutter kann zum Beispiel eine solche Eignung nahelegen. Wie stehen Sie zu dieser Frage?

Johanna Gehrke: Es kommt auf die praktische Tätigkeit im Alltag an. Wenn ein gutes inhaltliches Konzept in einer Einrichtung gelebt wird, können auch Menschen ohne abgeschlossene pädagogische Ausbildung eine wertvolle Unterstützung sein. Neben einer guten Anleitung im Arbeitsalltag können letztlich auch unsere Seminare dazu beitragen, dass ein Austausch mit erfahren und gut ausgebildeten Pädagogen zustande kommt, und auch Beschäftigte ohne Ausbildung theoretisches und praktisches Wissen sammeln können.

Wenn Sie einige Jahre zurückblicken – was hat Sie eigentlich selbst bewogen, sich mit der Psychologie so intensiv zu beschäftigen, dass Sie sie zu Ihrem Beruf gemacht haben? Und ist dieser Beruf nicht manchmal auch schwer zu ertragen?

Miriam Grube: Ich wollte immer wissen ‚Warum ist ein Mensch so wie er ist?‘ Das hat mich schon in meiner Kindheit interessiert. Dieses Ziel habe ich verfolgt.

Johanna Gehrke: Unsere Arbeit ist weniger schwer, als viele Menschen das denken. Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten, mit ihnen in Kontakt zu stehen, ist ganz wunderbar. Kinder drücken sich oft im Spiel und über Symbole aus. Das macht die Arbeit noch lebendiger. Es ist ein sehr schöner, helfender Beruf, der mir eher Energie gibt, als nimmt. Es geht dabei aber schon immer wieder um die Frage der Balance zwischen „berührbar bleiben“ und „professionelle Distanz wahren“. Anders gesagt: es zählt das Mitgefühl, nicht das Mitleid.

Miriam Grube: Wir behandeln in der Psychologie das gesamte System. Gerade bei Kindern also auch die Verbindung zu den Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Wir können hier sehr viel bewegen. Auch, indem wir mit Erziehern zusammenarbeiten. In der Arbeit mit Kindern ist ganz viel möglich, der Weg ist noch nicht vorbestimmt.

Ist es so, dass Sie dank Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Ausbildung und Ihrer Erfahrung zu jedem Menschen einen echten Kontakt herstellen können? Oder geraten auch Sie an Grenzen?

Miriam Grube: Dass etwas wirklich nicht passt, kommt tatsächlich nur sehr selten vor. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich als junge Therapeutin mit einem älteren Herrn zu tun hatte. Dabei fiel es ihm schwer, sich auf meine Ratschläge und Hilfestellungen einzulassen. Aber diese Schwierigkeiten, die sich in der therapeutischen Beziehung manchmal auftun, erleben die Patienten zumeist auch in Beziehungen außerhalb der Therapie und können dann auch eine Chance sein, wenn man im therapeutischen Kontext darüber redet. Auf jeden Fall ist es richtig, dass die Beziehung zwischen Patient und Therapeut der größte Wirkfaktor ist.

Johanna Gehrke: Teil unserer Ausbildung ist auch die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte. Das hilft dabei, eigene Themen außen vor zu lassen und sich ganz auf das jeweilige Gegenüber einzustellen. Mir ist es bisher gelungen, in jedem Menschen einen Teil zu entdecken, den ich mag. Auch dann, wenn ich zum Beispiel mit vielen Ansichten nicht übereinstimme.

Vielen Dank für diese Einblicke in Ihre Aufgabenfelder. Ich wünsche uns allen weiterhin eine gute Zusammenarbeit!

Bild: Sebastian Lazay mit Johanna Gehrke (Mitte) und Miriam Grube (rechts)

Aktuelle Jobs im Extra Team Kita | Kontakt

Warum ist ein Mensch so wie er ist?

Sechs Monate nach dem Berufseinstieg: Wir sind krisenerprobt!

Berufseinstieg Extra Team Kita

Vor einem halben Jahr haben sich Nadine Conta und Eileen Thamm entschieden, im Extra Team Kita in den Job zu starten. Mit Teamleiterin Tessa Dittmer und Geschäftsführer Sebastian Lazay sprachen die beiden Sozialpädagogischen Assistentinnen über ihre Erlebnisse, ihre positiven und negativen Erfahrungen und darüber, was den Unterschied ausmacht, in wechselnden Einrichtungen zu arbeiten.

Extra Team Kita: Nach Ihrer Ausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogische Assistenz und Heilerziehung in Alsterdorf hatten Sie unter vielen Trägern die Auswahl. Wie sind Sie auf uns gekommen und vor allem, warum haben Sie sich für das Extra Team Kita zum Berufseinstieg entschieden?

Eileen Thamm: Ich wollte studieren und suchte daher parallel einen Job, der mir immer wieder Freiräume dafür ermöglicht. Ich bin dann schließlich über eine Internetausschreibung auf Extra gestoßen. Nach meiner Bewerbung ging das hier ganz schnell. Und als ich gerade meinen frisch unterschriebenen Vertrag zu Hause hatte, wollte ich mit Nadine einkaufen gehen. Da habe ich ihr von Extra erzählt, ihr die Angebote empfohlen und so haben wir dann gleich beide zusammen angefangen.

Nadine Conta: Ich war gegenüber Personaldienstleistern ja etwas skeptisch. Aber die Berichte von Eileen waren einfach sehr positiv und mein erster eigener Termin in Hamburg war auch sehr sympathisch. Für mich war toll, dass ich gleich mitbestimmen konnte, wieviele Stunden ich arbeiten möchte und in welchen Einrichtungen ich eingesetzt bin. Außerdem war die Bezahlung bei Extra besser.

Eileen Thamm: Ich hatte schon einmal Erfahrung mit einem anderen Personaldienstleister gemacht. Da wurde ich wirklich unfreundlich behandelt. Bei Extra war das von Anfang an anders, das war eine ganz herzliche Atmosphäre.

Nadine Conta: Manchmal schauen die Leute komisch und fragen ‚Warum arbeitest Du nicht bei einem richtigen Träger?‘. Ich erkläre dann immer, dass die Bedingungen bei Extra toll sind und die Vorurteile nicht stimmen. Ich habe ja sogar sofort einen unbefristeten Vertrag bekommen. Das war mir auch für den Berufsstart sehr wichtig.

Extra Team Kita: Wie haben Sie dann die praktische pädagogische Arbeit in den Einrichtungen erlebt?

Nadine Conta: Bei meinen Einsätzen habe ich schon gemerkt, was mir liegt und was nicht, zum Beispiel dass ein rein offenes Konzept auf Dauer nicht das Richtige für mich ist.

Eileen Thamm: Ich habe einmal erlebt, dass ich wirklich schlecht eingearbeitet wurde. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Das war zwar zunächst keine gute Erfahrung, aber ich hatte ja bei Extra die Sicherheit, dass man mir hilft, wenn etwas nicht optimal läuft. Es gibt in Kitas immer wieder menschliche Konflikte. Da ist es dann gut, bei einem Personaldienstleister noch einen anderen Rückhalt und etwas mehr Distanz zu haben. Manchmal muss man dann eben bewusst die Einrichtung wechseln. So war es auch in diesem Fall.

Nadine Conta: Das ist der Grund, warum ich wirklich jeden Tag glücklich zur Arbeit gehe.

Eileen Thamm: Ich weiß, dass viele Beschäftigte in den Einrichtungen sehr überfordert sind. Das geht manchmal bis zum Burnout. Wir dagegen übernehmen wirklich nur die pädagogische Arbeit. Das ist wesentlich entspannter.

Extra Team Kita: Sorgen diese unterschiedlichen Rollen als Beschäftigte bei Extra und fest in den Einrichtungen da für Konflikte?

Nadine Conta: Nein, das nicht, wir arbeiten in der Regel sehr gut zusammen. In den Kitas gelingt es mir schnell, zu überzeugen. Die Kollegen sind für die Unterstützung ja dankbar. Ich kann mir Zeit für die Kinder nehmen. Gerade schwierigere Kinder gehen oft unter. Denen kann ich mich annehmen.

Eileen Thamm: Ich habe im Krippenbereich Erfahrungen mit der Dokumentation gemacht. Gute Checklisten habe ich dann schon auch einmal in eine andere Einrichtung mitgenommen. Das hilft dann, die Arbeit dort zu erleichtern und es macht auch Spaß, sich mit den Erfahrungen aus verschiedenen Einrichtungen immer wieder an anderer Stelle einzubringen. Ganz praktisch habe ich das zum Beispiel mit einer Wickel-Checkliste erlebt oder auch mit der Idee einer Infotafel zu Tagesaktivitäten.

Extra Team Kita: Sie schildern die Arbeit in wechselnden Einrichtungen sehr positiv. Was ist der Reiz daran?

Eileen Thamm: Durch den Wechsel der Einrichtungen bekommt man sehr oft andere Perspektiven. Nehmen wir als Beispiel den Umgang mit Desinfektionsmitteln. Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt, von sehr wenig bis fast übertrieben viel. Durch die verschiedenen Einsätze ist es einfacher einzuschätzen, was der wirklich richtige Weg ist.

Nadine Conta: Viele Kolleginnen in den Einrichtungen haben diese breite Perspektive nicht. Sie kennen sich vor Ort natürlich besser aus und kennen die Kinder schon länger, aber sie haben oft insgesamt weniger Erfahrung als wir und manchmal wissen sie das gar nicht. Das führt dann immer wieder zu positiven Erlebnissen, wenn wir Probleme gemeinsam gelöst bekommen. Wir sind ja wirklich krisenerprobt. Wir sind es gewohnt, einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Da sammelt man in viel kürzerer Zeit viel mehr Erfahrung als Viele meinen. Mir ist aufgefallen, dass die Kitas ganz wenig über Extra wissen. Was wir so machen, wie wir Schulungen der Extra Akademie und Arbeitsverhältnisse organisieren. Da könnte vielleicht noch mehr informiert werden. Manchmal denken die Leute auch, meine Arbeitsbedingungen seien schlechter, als in den Einrichtungen. Für mich stehen aber Bezahlung und Anforderung bei Extra im Einklang. Das Team stimmt, ich kann Urlaub nehmen, wann ich möchte und nicht nur, wenn die Einrichtung schließt und wenn ich nach Hause gehe, habe ich auch wirklich Feierabend. Das klingt vielleicht selbstverständlich, ist es aber eben andernorts oft nicht.

Extra Team Kita: Wenn man Ihnen zuhört, hat man tatsächlich den Eindruck, Sie wären schon seit Jahren bei uns und nicht erst seit sechs Monaten. Das spricht für Ihren Erfahrungsschatz. Aber, sagen Sie, wie würden Sie in einem Satz Ihren Start bei Extra zusammenfassen? Was war das Wichtigste?

Eileen Thamm: Ich habe ganz viele tolle Kolleginnen kennengelernt. Und im Moment bekomme ich sehr viel Bestätigung von Eltern. Das lädt so richtig den Akku auf.

Eileen Thamm: Die kleinen Dankeschöns freuen einen wirklich. Wenn die Kinder zum Weihnachtsurlaub eine Tafel Schokolade überreichen und ich mir ein Lied wünschen darf – dann geht mir richtig das Herz auf!

Extra Team Kita: Vielen Dank für diese offene Runde und hoffentlich weiterhin viel Freude bei Ihrer Arbeit.

Bild: Eileen Thamm, Nadine Conta, Sebastian Lazay und Tessa Dittmer

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Sechs Monate nach dem Berufseinstieg: Wir sind krisenerprobt!