In drei Jahren bin ich wieder da

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Ihr beruflicher Start verlief nicht wie im Drehbuch. Fünf Jahre zurück: im Juli 2013 befindet sich Sandy Pivtoriac hochschwanger in ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin. Sie hält durch, schließt ihre Ausbildung erfolgreich ab, sichert sich parallel den Realschulabschluss und bringt danach ihre erste Tochter gesund auf die Welt. Zäh ist sie, verfolgt ihre Ziele. Was bisher geschah und wie sie ihre Zukunft gestalten wird, darüber sprach Sandy Pivtoriac mit der stellvertretenden Extra-Niederlassungsleiterin Julia Wengerek und Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay in Dresden.

Julia Wengerek: Frau Pivtoriac, Anfang 2018 sind sie auf unser Team in Dresden gestoßen. Wie kam es zu dem Kontakt?

Sandy Pivtoriac: Nach meiner Ausbildung als Sozialassistentin hatte ich schon 2015 versucht, die Erzieherausbildung anzuschließen. Aber wie schon bei meinem ersten Kind kam mir nochmals eine Schwangerschaft dazwischen. Nach dem Mutterschutz wollte ich dann zunächst wieder arbeiten und parallel so schnell wie möglich einen Ausbildungsplatz suchen. Ich wusste zunächst gar nicht warum das mit den Bewerbungen so zäh lief, auf jeden Fall war es mühsam. Ich bekam richtig skurrile Angebote. Zum Beispiel im Verkauf oder in einer Fleischerei. Das entsprach ja nun wirklich nicht meiner Ausbildung. Die nächsten Angebote kamen aus der Altenpflege. Das war ja schon eher die richtige Richtung, aber mir war das körperlich und seelisch zu anstrengend. In dieser Situation bin ich auf Extra gestoßen. Das Angebot war für mich wie eine Erlösung. Ich konnte endlich in meinem erlernten Beruf arbeiten.

Julia Wengerek: Sie hatten allerdings eine Bedingung im Gepäck, mit der wir klarkommen mussten.

Sandy Pivtoriac: Ja, ich vermute, dass ich davor deshalb Absagen bekommen hatte, weil ich ja nur zeitlich befristet, nämlich bis Juli 2018 eine Stelle suchte. Da haben alle immer gleich geblockt. Aber das hing eben mit meinem Ausbildungsplatz zusammen. Inzwischen hatte ich den nämlich gefunden und wusste damit, dass ich nur für wenige Monate würde arbeiten können.

Sebastian Lazay: Unsere Kollegen in Dresden sind darauf eingegangen und jetzt ist ihre Arbeit bei uns auch schon zu Ende. Wie haben Sie die fünf Monate, die es dann doch bei uns geworden sind, denn persönlich erlebt?

Sandy Pivtoriac: Für mich war das die perfekte Vorbereitung für die Erzieher-Ausbildung. Spätestens seit meinem zweiten Kind, und eigentlich schon seit ersten Babysitter-Erfahrungen als Teenager, war ich mir völlig sicher, den Abschluss als Erzieherin machen zu wollen. Deshalb wollte ich schon vor der Ausbildung möglichst viel Berufserfahrung in Kitas sammeln. Mit einem 30-Stunden-Vertrag konnte ich bei Extra genau so viel arbeiten, wie ich wollte. Und ich habe drei verschiedene Einrichtungen kennenlernen können, war viel in der Krippe und manchmal habe ich sogar in der Küche ausgeholfen. Mir hat alles viel Spaß gemacht. Natürlich sind die Einrichtungen unterschiedlich. Auf ein gutes Klima und ein kollegiales Verhältnis bin ich immer gestoßen. Der Zugang zu den Kollegen ging allerdings manchmal schneller und manchmal langsamer.

Sebastian Lazay: Der Zugang zu den Kindern geht meistens viel schneller. Was sind für sie die schönsten Ereignisse im Kita-Alltag?

Sandy Pivtoriac: Wenn ich in eine Einrichtung komme und die Kinder alle angerannt kommen – das ist so ein schöner Moment! Noch wichtiger ist es aber, die Entwicklungsschritte verfolgen zu können. Wenn der kleine Konrad, der Kleinste der Gruppe, plötzlich laufen kann, dann geht einem das Herz auf.

Julia Wengerek: Waren die Einsätze über uns Ihre ersten Kita-Erfahrungen?

Sandy Pivtoriac: Im Rahmen meiner Ausbildung als Sozialassistentin hatte ich schon einmal ein Praktikum in einer Kita gemacht. Bei Extra konnte ich darüber hinaus aber auch den Krippenbereich kennenlernen. Das hatte mir noch gefehlt. Den Alltag in Krippe und Kita habe ich daher jetzt drauf und weiß genau, was auf mich zukommt, wenn ich jetzt in die Ausbildung starte.

Julia Wengerek: Sie gehen da einen Weg, der gar nicht so selten ist. In Sachsen ist es möglich, nach einer zweijährigen Ausbildung als Sozialassistent oder nach einer anderen Ausbildung im Rahmen einer weiteren dreijährigen Ausbildung bis zum Abschluss als Erzieher zu gelangen. Die Ausbildung als Sozialassistent dient also der Vorbereitung und Orientierung, zum Beispiel ob man danach in der Altenpflege, der Kinder- und Jugendarbeit oder der Behindertenhilfe einsteigen möchte. Was erwartet Sie denn in den nächsten drei Jahren?

Sandy Pivtoriac: Ich mache die Ausbildung bei einem großen Sozialträger. Das wird für mich drei Jahre Schule bedeuten. Auch drei Praktika werde ich in dieser Zeit absolvieren, insgesamt über 11 Wochen.

Sebastian Lazay: Ein großes Thema im Sozialbereich ist ja im Moment, dass Schüler ihre Ausbildung oft selbst finanzieren müssen – im Gegensatz zum Beispiel zu Auszubildenden, die ja eine Ausbildungsvergütung erhalten. Wie ist das bei Ihnen geregelt?

Sandy Pivtoriac: Ich habe das Glück, dass ich gerade noch unter 25 Jahren alt bin. Deshalb werde ich Schüler-Bafög bekommen, das ich nicht zurückzahlen muss. Ohne diese Förderung würde ich das nicht schaffen. Schließlich muss ich auch noch rund 100 EUR im Monat Schulgeld bezahlen. Die Finanzierung war ein ganz schöner Antrags-Marathon. Aber ich habe das jetzt komplett durchgezogen.

Julia Wengerek: Wir drücken die Daumen für diesen nächsten Lebensabschnitt und wenn Sie möchten, bleiben wir natürlich in Kontakt.

Sandy Pivtoriac: Na klar. In drei Jahren bin ich wieder da. Allein die Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung war im Extra Team Kita ein toller Vorteil. Das war mir wegen meiner eigenen Kinder sehr wichtig und das wird auch weiterhin so sein.

 

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In drei Jahren bin ich wieder da

„In der Kita habe ich meine berufliche Heimat gefunden.“

Extra Team Kita - Sabine Kaestner

Sabine Kästner ist eine „Ehemalige“. Ganz häufig bleiben wir bei Extra auch mit Menschen verbunden, wenn sie den Arbeitgeber gewechselt haben. So wächst die „Familie“ und wir freuen uns, immer wieder interessante Lebensgeschichten begleiten zu dürfen. Mit Sabine Kästner sprachen wir über ihren beruflichen Neustart in der bunten Arbeitswelt der Kita.

Extra Update Kita: Frau Kästner, wir wissen, dass Sie heute in der Kita ihren Wunscharbeitsplatz gefunden haben und sind natürlich etwas stolz darauf, dass wir Ihnen helfen konnten. Aber Ihr Weg hierhin war nicht ganz gerade, oder?

Sabine Kästner: Nein, wirklich nicht. Ursprünglich bin ich ja gelernte Werkzeugmacherin. Direkt nach der Schule, damals noch in der DDR, hatte man mir diese Ausbildung angeboten. Damals wusste ich noch nicht so richtig, was ich wollte. Einige Jahre habe ich in dem Beruf aber gearbeitet, zuletzt sogar in der Qualitätskontrolle. Ergänzend habe ich dann berufsbegleitend eine zweite Ausbildung begonnen. Ich wollte Facharbeiter für Schreibtechnik werden, so nannte man das damals. Vollenden konnte ich das aber nicht mehr. Da kam die Wende dazwischen.

War die Wende für Sie persönlich auch ein beruflicher Umbruch?

Ich ging zunächst nach Berlin, arbeitete als Bäckereiverkäuferin und versuchte mit einer Qualifizierung zur Bürofachkraft mein Ziel weiter zu verfolgen. Das hat auch geklappt und ich konnte in ein Baubüro wechseln. Sicher, das war nicht uninteressant. Aber ich habe doch gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Also bin ich wieder in den Handel zurück. Diesmal mit dem Ziel der Weiterqualifizierung in dieser mir ja schon bekannten Branche. Das Team stimmte aber nicht, so dass ich mir nach einer Weile überlegte, professionellen Rat zu suchen.

Mit wem haben Sie sich beraten?

Das war der Lernladen im Berliner Prenzlauer Berg. Das hat mir einen richtigen Kick gegeben. In der Auseinandersetzung mit meinen Wünschen, Stärken und Schwächen habe ich gemerkt, dass die Arbeit mit Kindern für mich das Richtige sein könnte. Ich habe mich dann bei ganz vielen Unternehmen beworben. Aber nur vom Extra Team Kita habe ich eine Antwort erhalten.

Das Problem war sicher die formelle Qualifikation.

Ja, richtig. Ich hatte ja noch keine Ausbildung als Erzieherin. Aber im Extra Team Kita bekam ich die Chance, sofort auch ohne formelle Qualifikation zu beginnen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich Vormittags im Extra-Büro meinen Arbeitsvertrag unterzeichnet habe und dann gleich mit dem Zug in die Krippe gefahren bin. Das war ein toller Einstieg. Aber natürlich wollte ich eine pädagogische Ausbildung nachholen.

Wie haben Sie Ihr Ziel einer Ausbildung als Erzieherin anpacken können?

Zunächst war ich erfolglos. Ich informierte mich zwar bei einer ersten Schule, die lehnte aber ab. Ich habe dann einfach einmal weiter gearbeitet und mich parallel anderweitig bei Schulen beworben. Möglich wurde die Ausbildung dann durch die Zusammenarbeit zwischen Extra und dem Träger einer Einrichtung. Ich bin für den Praxisteil direkt dorthin gewechselt und habe meinen Schulplatz organisiert.

Im Februar 2015 geht’s los mit meiner Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Die Ausbildung wird drei Jahre dauern, zweimal die Woche bin ich für 8 Stunden in der Schule. Das wird nicht ohne.

Wir drücken die Daumen, dass das gut klappt. Wie sehen Sie auf Ihre Zeit im Extra Team Kita zurück? Das waren immerhin zwei Jahre.

Bei Extra konnte ich ganz schnell und ohne lange Wartezeiten einsteigen. Da konnte ich mich beweisen. Ohne diese Chance hätte ich wohl kaum meinen Einstieg in die Kita finden können. Auch die Einrichtung, bei der ich jetzt die Ausbildung beginne, stellt eigentlich grundsätzlich nur Personen mit Berufserfahrung ein. Die Begleitung von Extra war deshalb wichtig. Inzwischen ist mir klar geworden, dass mein Weg eine Ausnahme ist. Nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Extra und einer engagierten Kita-Leitung hat das so klappen können.

Sehr hilfreich waren übrigens die Fortbildungen der Extra Akademie. Die Themen „Resilienzfaktoren“ und „Ernährung“ fand ich besonders interessant. Die Inhalte konnte ich immer gleich in den Kita-Alltag einbringen.

Sie haben uns erlaubt, Ihr Alter zu verraten. 2015 werden Sie 50 Jahre alt. War es nicht schwer, sich noch einmal ganz neu zu orientieren?

Natürlich ist das nicht ganz einfach. Aber ich habe das Gefühl, jetzt endlich eine berufliche Heimat gefunden zu haben. Die Kinder geben einem sofort zurück, was man ihnen gibt. Das ist einfach nur schön.

Vielen Dank und alles Gute für Ihre Ausbildung.

Bild: Sabine Kästner

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