Sechs Monate nach dem Berufseinstieg: Wir sind krisenerprobt!

Berufseinstieg Extra Team Kita

Vor einem halben Jahr haben sich Nadine Conta und Eileen Thamm entschieden, im Extra Team Kita in den Job zu starten. Mit Teamleiterin Tessa Dittmer und Geschäftsführer Sebastian Lazay sprachen die beiden Sozialpädagogischen Assistentinnen über ihre Erlebnisse, ihre positiven und negativen Erfahrungen und darüber, was den Unterschied ausmacht, in wechselnden Einrichtungen zu arbeiten.

Extra Team Kita: Nach Ihrer Ausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogische Assistenz und Heilerziehung in Alsterdorf hatten Sie unter vielen Trägern die Auswahl. Wie sind Sie auf uns gekommen und vor allem, warum haben Sie sich für das Extra Team Kita zum Berufseinstieg entschieden?

Eileen Thamm: Ich wollte studieren und suchte daher parallel einen Job, der mir immer wieder Freiräume dafür ermöglicht. Ich bin dann schließlich über eine Internetausschreibung auf Extra gestoßen. Nach meiner Bewerbung ging das hier ganz schnell. Und als ich gerade meinen frisch unterschriebenen Vertrag zu Hause hatte, wollte ich mit Nadine einkaufen gehen. Da habe ich ihr von Extra erzählt, ihr die Angebote empfohlen und so haben wir dann gleich beide zusammen angefangen.

Nadine Conta: Ich war gegenüber Personaldienstleistern ja etwas skeptisch. Aber die Berichte von Eileen waren einfach sehr positiv und mein erster eigener Termin in Hamburg war auch sehr sympathisch. Für mich war toll, dass ich gleich mitbestimmen konnte, wieviele Stunden ich arbeiten möchte und in welchen Einrichtungen ich eingesetzt bin. Außerdem war die Bezahlung bei Extra besser.

Eileen Thamm: Ich hatte schon einmal Erfahrung mit einem anderen Personaldienstleister gemacht. Da wurde ich wirklich unfreundlich behandelt. Bei Extra war das von Anfang an anders, das war eine ganz herzliche Atmosphäre.

Nadine Conta: Manchmal schauen die Leute komisch und fragen ‚Warum arbeitest Du nicht bei einem richtigen Träger?‘. Ich erkläre dann immer, dass die Bedingungen bei Extra toll sind und die Vorurteile nicht stimmen. Ich habe ja sogar sofort einen unbefristeten Vertrag bekommen. Das war mir auch für den Berufsstart sehr wichtig.

Extra Team Kita: Wie haben Sie dann die praktische pädagogische Arbeit in den Einrichtungen erlebt?

Nadine Conta: Bei meinen Einsätzen habe ich schon gemerkt, was mir liegt und was nicht, zum Beispiel dass ein rein offenes Konzept auf Dauer nicht das Richtige für mich ist.

Eileen Thamm: Ich habe einmal erlebt, dass ich wirklich schlecht eingearbeitet wurde. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Das war zwar zunächst keine gute Erfahrung, aber ich hatte ja bei Extra die Sicherheit, dass man mir hilft, wenn etwas nicht optimal läuft. Es gibt in Kitas immer wieder menschliche Konflikte. Da ist es dann gut, bei einem Personaldienstleister noch einen anderen Rückhalt und etwas mehr Distanz zu haben. Manchmal muss man dann eben bewusst die Einrichtung wechseln. So war es auch in diesem Fall.

Nadine Conta: Das ist der Grund, warum ich wirklich jeden Tag glücklich zur Arbeit gehe.

Eileen Thamm: Ich weiß, dass viele Beschäftigte in den Einrichtungen sehr überfordert sind. Das geht manchmal bis zum Burnout. Wir dagegen übernehmen wirklich nur die pädagogische Arbeit. Das ist wesentlich entspannter.

Extra Team Kita: Sorgen diese unterschiedlichen Rollen als Beschäftigte bei Extra und fest in den Einrichtungen da für Konflikte?

Nadine Conta: Nein, das nicht, wir arbeiten in der Regel sehr gut zusammen. In den Kitas gelingt es mir schnell, zu überzeugen. Die Kollegen sind für die Unterstützung ja dankbar. Ich kann mir Zeit für die Kinder nehmen. Gerade schwierigere Kinder gehen oft unter. Denen kann ich mich annehmen.

Eileen Thamm: Ich habe im Krippenbereich Erfahrungen mit der Dokumentation gemacht. Gute Checklisten habe ich dann schon auch einmal in eine andere Einrichtung mitgenommen. Das hilft dann, die Arbeit dort zu erleichtern und es macht auch Spaß, sich mit den Erfahrungen aus verschiedenen Einrichtungen immer wieder an anderer Stelle einzubringen. Ganz praktisch habe ich das zum Beispiel mit einer Wickel-Checkliste erlebt oder auch mit der Idee einer Infotafel zu Tagesaktivitäten.

Extra Team Kita: Sie schildern die Arbeit in wechselnden Einrichtungen sehr positiv. Was ist der Reiz daran?

Eileen Thamm: Durch den Wechsel der Einrichtungen bekommt man sehr oft andere Perspektiven. Nehmen wir als Beispiel den Umgang mit Desinfektionsmitteln. Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt, von sehr wenig bis fast übertrieben viel. Durch die verschiedenen Einsätze ist es einfacher einzuschätzen, was der wirklich richtige Weg ist.

Nadine Conta: Viele Kolleginnen in den Einrichtungen haben diese breite Perspektive nicht. Sie kennen sich vor Ort natürlich besser aus und kennen die Kinder schon länger, aber sie haben oft insgesamt weniger Erfahrung als wir und manchmal wissen sie das gar nicht. Das führt dann immer wieder zu positiven Erlebnissen, wenn wir Probleme gemeinsam gelöst bekommen. Wir sind ja wirklich krisenerprobt. Wir sind es gewohnt, einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Da sammelt man in viel kürzerer Zeit viel mehr Erfahrung als Viele meinen. Mir ist aufgefallen, dass die Kitas ganz wenig über Extra wissen. Was wir so machen, wie wir Schulungen der Extra Akademie und Arbeitsverhältnisse organisieren. Da könnte vielleicht noch mehr informiert werden. Manchmal denken die Leute auch, meine Arbeitsbedingungen seien schlechter, als in den Einrichtungen. Für mich stehen aber Bezahlung und Anforderung bei Extra im Einklang. Das Team stimmt, ich kann Urlaub nehmen, wann ich möchte und nicht nur, wenn die Einrichtung schließt und wenn ich nach Hause gehe, habe ich auch wirklich Feierabend. Das klingt vielleicht selbstverständlich, ist es aber eben andernorts oft nicht.

Extra Team Kita: Wenn man Ihnen zuhört, hat man tatsächlich den Eindruck, Sie wären schon seit Jahren bei uns und nicht erst seit sechs Monaten. Das spricht für Ihren Erfahrungsschatz. Aber, sagen Sie, wie würden Sie in einem Satz Ihren Start bei Extra zusammenfassen? Was war das Wichtigste?

Eileen Thamm: Ich habe ganz viele tolle Kolleginnen kennengelernt. Und im Moment bekomme ich sehr viel Bestätigung von Eltern. Das lädt so richtig den Akku auf.

Eileen Thamm: Die kleinen Dankeschöns freuen einen wirklich. Wenn die Kinder zum Weihnachtsurlaub eine Tafel Schokolade überreichen und ich mir ein Lied wünschen darf – dann geht mir richtig das Herz auf!

Extra Team Kita: Vielen Dank für diese offene Runde und hoffentlich weiterhin viel Freude bei Ihrer Arbeit.

Bild: Eileen Thamm, Nadine Conta, Sebastian Lazay und Tessa Dittmer

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Sechs Monate nach dem Berufseinstieg: Wir sind krisenerprobt!

Ich liebe diese Wanderschaft

Frau Siegemund-Botembe


Eigentlich ist Adèle Siegemund-Botembe von Beruf Krankenpflegehelferin. Mehrere Jahre hat sie in Berlin in verschiedenen Häusern gearbeitet. Im Gespräch mit der Berliner Extra-Niederlassungsleiterin Heike Weber erzählt sie einen Teil ihrer persönlichen Geschichte, wie sie zum Extra Team Kita gestossen ist und warum sie den abwechslungsreichen Berufsalltag dort so schätzt.

Extra Team Kita: Vor Ihrem Start bei Extra haben Sie in der Altenpflege gearbeitet. Was waren da ihre Schwerpunkte?

Adèle Siegemund-Botembe: Seit meiner Validations-Ausbildung war ich hauptsächlich in der Betreuung von Demenzpatienten tätig. Das war eine sehr spannende Aufgabe. Die Menschen brauchen Strukturen. Wir haben sie bei täglichen Ritualen wie der Körperpflege, bei Handarbeiten oder auch beim Kochen unterstützt. Wenn ein demenzkranker Mensch merkt ‚meine Welt wird von dir verstanden‘, dann blüht er auf. Das war eine tolle Sache!

Und dennoch wollten Sie sich beruflich verändern?

Nicht unbedingt. Die Arbeit mit Menschen mit Demenz war eine erfüllende Aufgabe. Doch 2012 ergab sich im Berliner Extra Team die Chance, einmal das Arbeitsumfeld der Kita kennenzulernen. Ich fand das spontan interessant.

So sind Sie dann ‚ins kalte Wasser‘ gesprungen?

Ja, schon. Mein erster Einsatz war in einer kleinen Einrichtung in Zehlendorf in einer gemischten Gruppe von Dreijährigen bis zu Kindern im Vorschulalter. Zuerst waren die Kinder zurückhaltend, aber ganz schnell war das Eis gebrochen. Bei den Kollegen ist das oft ähnlich. Wenn man als überbetrieblich eingesetzter Mitarbeiter erstmals in eine Einrichtung kommt, sind oft Vorbehalte da. Sobald die Kollegen aber merken, dass sie sich auf einen verlassen können, wollen sei einen immer wieder buchen. Dieses Akzeptanzproblem bei Kindern und Kollegen im ersten Moment des Kennenlernens ist ganz typisch für unsere Arbeit.

Sie stammen aus dem Kongo. Spielt das in dieser Frage der Akzeptanz eine Rolle?

Das glaube ich nicht. Manchmal haben Kinder einen anderen Rhythmus als andere. Ich habe schon erlebt, dass ich einen Zugang zu Kindern bekomme, den die Kolleginnen im Stammteam nicht haben. Aber das ist keine Frage meiner Herkunft. Gerade die Kinder haben keine Berührungsängste. Sie wissen gar nicht, was Rassismus ist, das wird ihnen nur leider manchmal später anerzogen. Sie gehen ganz offen auf mich zu. Manchmal werde ich gefragt: ‚Kommst Du jeden Tag aus Afrika?‘. Dann antworte ich: ‚Nein, ich komme aus Charlottenburg.“ Ab und zu muss ich auch erklären, nicht bemalt zu sein oder ich höre ganz lieb gemeinte Kommentare, wie ‚meine Schokoladenfrau‘. Das ist alles sehr natürlich. Am liebsten würden die Kinder mit mir nach Afrika reisen. Sie träumen von diesem Kontinent und auch davon, mit einer Giraffe zurückzukommen.

Welche Rolle spielt ihr Heimatland heute für Sie?

Ich habe das Land erst wieder entdecken müssen. Ich bin zwar in Kinshasa geboren aber schon mit 13 Jahren nach Europa gekommen. Das war in den 70er Jahren. Meine Mutter arbeitete damals im diplomatischen Dienst in Belgien, bevor wir nach Deutschland zogen. Erst 2012 war ich für zwei Monate im Kongo. Das war das erste Mal, dass ich das Land bewusst erlebte. Diese Zeit in Afrika war die schönste Zeit in meinem ganzen Leben. Ich habe zwei Monate richtig auf dem Dorf gewohnt. Das war eine Reise zu meinen Wurzeln voller Erfahrungen. Ich habe traditionelle Heilmethoden und ein ganz anderes Lebensgefühl kennengelernt. Leider leidet das Land noch heute unter den Folgen der Kolonialisierung. Aber es ist hoch interessant. Allein die Sprache! Wir haben neben Französisch noch über 200 verschiedene Sprachen und Dialekte im Kongo.

Hat Ihre Herkunft Einfluss auf Ihre Arbeit in der Kita?

Ein bisschen schon. Ich vermittele den Kindern, dass es etwas Gutes ist, anders zu sein. Andere Menschen sehen anders aus, aber sie denken wie wir. Diese Botschaft nehmen die Kinder sehr gerne an.

Im Extra Team Kita sind Sie immer wieder in anderen Einrichtungen eingesetzt. Wie erleben Sie diesen Alltag?

Ich liebe diese Wanderschaft. Sie ist abwechslungsreich. Ich lerne verschiedene Kitas kennen oder arbeite in der Einzelbetreuung in Privathaushalten. Bisher habe ich alle Angebote, in Einrichtungen direkt zu wechseln abgelehnt. Bei Extra kann ich viel mehr selbst entscheiden, wann und wo ich arbeiten möchte, als in einer festen Einrichtung. Das bereichert mein Leben. Man hat das Gefühl, man bleibt jung.

Wir wissen, dass Sie auch ehrenamtlich engagiert sind. Wofür setzen Sie sich ein?

Ich habe 5 Jahre lang ehrenamtlich für die Tafel in der Gedächtniskirche gearbeitet und dort einmal pro Woche das Frühstück für Bedürftige begleitet. 50 Jahre gab es diese Einrichtung. Ich habe dort Gespräche geführt und die Seelsorge unterstützt. Leider ist die Einrichtung jetzt geschlossen. Inzwischen arbeite ich einmal pro Woche in der Kleiderkammer. Auch das ist eine gute Erfahrung. Die Berliner sind unglaublich spendabel.

Bild: Adèle Siegemund-Botembe

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Ich liebe diese Wanderschaft

„NICHTS BERÜHRT SO DIREKT WIE EIN KLANG“

Extra Team Kiita_Frau Voigt

Wenn Ingeborg Ursula Voigt in die Einrichtungen unserer Kunden kommt, wird sie nicht selten gefragt, wie sie sich musikalisch einbringen kann. Es hat sich herumgesprochen, dass die ausgebildete Konzertpianistin und Musikerzieherin ganz besondere Fähigkeiten hat. „Das Singen“, sagt sie, „bringt sofort Ruhe in eine Gruppe von Kindern. Das lockert alles.“

Extra Update Kita: Ihr Ruf eilt ihnen vorweg, Frau Voigt. Kürzlich wurden sie in einer Einrichtung von den Kindern mit einem lauten „Inge-singe-Dinge“ begrüßt. Bei den Kindern kommt es offenbar gut an, wie sie Musik in den Kita-Alltag integrieren.

Ingeborg Ursula Voigt: Ja, das war ein schönes Erlebnis. Ich schreibe ja oft meine eigenen Lieder, zum Beispiel Begrüßungs- oder Essenlieder. Die singen wir dann gemeinsam in den Kitas. Das macht den Kindern viel Spaß und mir übrigens auch.

Welche Rolle spielt die Musik in ihrem eigenen Leben?

Nach meiner Ausbildung als Konzertpianistin habe ich viel Kammermusik gemacht und viel unterrichtet. Als später meine eigenen Kinder ihre Schulabschlüsse gemacht hatten, habe ich an einer Musikschule wieder angefangen. Die Musik hat mich mein Leben lang begleitet.

Welche pädagogische Funktion würden sie der Musik zuschreiben?

Nichts berührt so direkt wie ein Klang. In integrativen Einrichtungen lässt Musik die Grenzen zwischen den Kindern verschwinden. Ich habe einmal mit einem Autisten und einem stotternden Kind gearbeitet. Über den Gesang fand ich zu beiden einen Zugang. Und das ist ganz wichtig für die weitere Begleitung der Kinder. Bei dem stotternden Kind ist es im Ergebnis zu einer Heilung gekommen. Diese erstaunliche Wirkung kennen wir aus der Musiktherapie. Eine Ausbildung in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so können wir Musik bewusst einsetzen.

Im Alltag senken wir manchmal einfach nur den Geräuschpegel mit meditativer Musik. Das geht sehr schnell. Doch wenn mehr Zeit ist, arbeiten wir synästhetisch. Es wird musiziert, getanzt, geschauspielert. Gerade mit den 3- bis 4-jährigen kann man so viel machen. Die Kinder lieben es, selbst Instrumente einzusetzen.

Oder denken sie an den Umgang mit Konflikten. Ich hatte kürzlich eine solche Szene: zwei Jungs hauten sich auf die Köpfe. Es war kurz vor einem Eklat. Dann haben meine Kollegin und ich begonnen, ein Lied zu singen und sofort haben sich die beiden Raufbolde hingesetzt und zugehört. Wir haben dann „Heile Segen“ gesungen, es melodiös ausgeschmückt und gemeinsam improvisiert. Manchmal ist es auch sehr wirkungsvoll ‚albern‘ oder ‚operesk‘ zu singen. Da ergänzen sich dann die Wirkungen von Musik und Humor.

Sind das die Momente, in den ihnen die Kinder am meisten von ihrer Arbeit zurückgeben?

Ja. Wenn ein Kind dann leuchtet und einem seinem Anerkennung schenkt, ist das ein herrlicher Moment. Das ist Leben pur, mit Kindern zu arbeiten.

Sie sind für Extra ja in verschiedenen Einrichtungen tätig. Können sie Musik überall in gleicher Weise einsetzen?

Ich komme wirklich viel herum. Es ist so schön, diese Abwechslung zu haben, in verschiedenen Einrichtungen zu improvisieren. Natürlich ist jede Einrichtung anders und es gibt überall einen klaren Tagesablauf. Aber wo immer es passt, bringe ich mich ein. Meistens sind ein Keyboard und die Orffschen Instrumente vorhanden. Damit kann man viel machen. Manchmal spiele ich den Kinder aber auch einfach nur etwas vor. Gerade Crossover-Musik mit orientalischen Einflüssen setze ich gerne quer durch alle Kulturen ein. Man muss eben immer überlegen, was gerade passt. Ich sammle beispielsweise Wiegenlieder, auch aus Algerien oder der Türkei. Damit kann ich immer sehr individuell auf Kinder eingehen. Nicht nur für die Kinder selbst ist das schön, auch die Kolleginnen nehmen das sehr dankbar auf.

Bei all den verschiedenen Gelegenheiten, Musik einzusetzen – was ist ein echter Höhepunkt für Sie bei der musikalischen Arbeit mit Kindern?

Am allerschönsten ist es, mit den Kindern draußen in der Natur zu singen. Da singen die Kinder den Vögeln nach!

Bild: Ingeborg Ursula Voigt

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„NICHTS BERÜHRT SO DIREKT WIE EIN KLANG“

„Für mich war das der perfekte Berufseinstieg“

Extra Kita Blog Frau Kelmetr

Als Nadezda Kelmetr ihre Ausbildung als Sozialpädagogische Assistentin abgeschlossen hatte, fiel sie erst einmal in ein richtiges Loch. Bewerbung für Bewerbung kam zurück, meist ohne Begründung. Und wenn sie doch einmal etwas mehr erfuhr, dann hörte sie, dass sie keine Berufserfahrung vorzuweisen hätte. Doch wie konnte sie diese Erfahrung sammeln, wenn keiner ihr eine Chance gab?

Dann stieß sie auf das Extra Team Kita. Nur wenige Tage später startete sie in ihren ersten Einsatz. In einer Hamburger Kita vertrat sie zunächst vorübergehend eine ausgefallene Kollegin. Das war ihr beruflicher Durchbruch. Jetzt konnte sie zeigen, was in ihr steckte. Nach nur drei Monaten entschied sie sich, direkt in ihren Einsatzbetrieb zu wechseln. Dort ist sie noch heute beschäftigt und froh über den doch noch geglückten Start ins Arbeitsleben. „Ich halte gerne den Kontakt zum Extra Team Kita aufrecht,“ sagt Nadezda Kelmetr (Bild rechts) heute, „denn für mich war das der perfekte Berufseinstieg.“

So wie ihr geht es vielen BerufseinsteigerInnen. Doch was ist der Unterschied einer Beschäftigung im Extra Team Kita gegenüber dem direkten Start in einer Einrichtung? Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Arbeitsverhältnis werden die Kolleginnen und Kollegen im Extra Team Kita in immer wieder anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendpflege eingesetzt. Ihr Arbeitsvertrag mit dem Extra Team Kita ändert sich dadurch aber nicht. Durch die unterschiedlichen Konzepte und Teams in den Einrichtungen sammelt man schnell viel wertvolle Berufserfahrung.

Alles andere als Alltag

Der Arbeitsalltag ist dabei alles andere als alltäglich. Als SpringerIn in einer Kita den geplanten Ausflug zu retten, der wegen einer erkrankten Kollegin zu scheitern drohte oder die vorübergehende Schließung einer Kita zu verhindern, weil der Personalschlüssel keine Eröffnung mehr erlaubt hätte, sind besondere und doch alltägliche Situationen.

So turbulent geht es freilich nicht immer zu. Wer möchte, kann auch langfristig in einer einzigen Einrichtung eingesetzt werden. Natürlich ist es auch im Extra Team Kita nicht immer möglich, alle Wünsche von Beschäftigten nach Arbeitszeit-, -aufgabe und -ort zu erfüllen, denn schließlich ist das oberste Ziel immer, die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen zu unterstützen. „Aber wir schaffen es schon, sehr viele stärker als andere auf die Anforderungen unserer Beschäftigten einzugehen,“ betont Tessa Dittmer (Bild links) vom Hamburger Extra Team Kita. „Für viele Beschäftigte ist das ein ganz wichtiges Argument. Wir erreichen hier ein Maß an Mitbestimmung im Arbeitsalltag, das Viele so nicht erwarten würden.“ Oft geht es hier um persönliche Vorlieben im Arbeitsalltag wie zum Beispiel die Arbeit im Elementarbereich, oder auch um die Frage, bei welchem Träger man besonders gerne oder auch gerade lieber nicht arbeiten möchte.

Doch was ist, wenn Einrichtung und MitarbeiterIn einfach nicht zu einander passen wollen? „Solche Probleme bekommen wir leicht in den Griff,“ berichtet Tessa Dittmer. „Es kann schon vorkommen, dass Beschäftigte und Einrichtungen nicht immer glücklich mit einander sind. In der nächsten Einrichtung sind dieselben Beschäftigten aber oftmals ganz schnell gar nicht mehr wegzudenken! Diese Abstimmung hinzubekommen ist ja genau unsere Aufgabe. Das nehmen wir sehr ernst!“

Trotz des Wechsels zwischen unterschiedlichen Einrichtungen bleibt der in der Regel unbefristete Arbeitsvertrag immer bestehen. Job-Tickets sowie die Kostenübernahme für Führungszeugnisse und arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen runden das Paket konstant guter Arbeitsbedingungen ab. Und gemeinsame Veranstaltungen wie Weihnachts- oder Sommerfeste sind schöne Gelegenheiten zum Austausch mit den KollegInnen.

Schulungsangebot der Extra Akademie wächst

Nicht mehr wegzudenken ist inzwischen auch das umfangreiche Angebot der Extra Akademie für pädagogische MitarbeiterInnen. Was mit ernährungswissenschaftlichen Schulungen begonnen hatte, ist heute ein breites Angebot geworden, in dem auch die Bereiche Organisation und Recht sowie (Entwicklungs-) Psychologie fest verankert sind. Vertiefende Workshops zu Themen wie „Resilienz“, „Bindung“ und „Konflikte“ gehören genauso zum Angebot der Akademie wie etwa „Diversity in der Kita“, „Sexuelle Gewalt“ oder auch „Erste Hilfe am Kind“.

Mitglied der Extra-Familie werden und bleiben

Wer nach einer Weile mit wechselnden Einsätzen im Extra Team Kita seine „perfekte“ Einrichtung gefunden hat, der wechselt wie Nadezda Kelmetr oft direkt dort hin. Oft sieht man sich aber später auch einmal wieder, deshalb ist es so schön, in Kontakt zu bleiben. Durch unsere regelmäßig erscheinenden Newsletter und das wachsende Facebook-Angebot ist es auch leichter denn je, den Kontakt zur „Extra-Familie“ aufrecht zu erhalten.

Bild: Tessa Dittmer (l.) im Gespräch mit Nadezda Kelmetr

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„Für mich war das der perfekte Berufseinstieg“

Haferflockensuppe zum Frühstück

Extra Kita Blog Frau Helgason

Sylvie Helgason strahlt, gerade auch wenn sie von Ihrer Arbeit berichtet. Man spürt, dass sie mit dem Herzen dabei ist. Wir wollten mit ihr über ihre Arbeit in Berliner Kitas reden. Herausgekommen ist ein Gespräch über kulturelle Unterschiede.

Extra Update Kita: Frau Helgason, wenn man Ihren Namen hört, denkt man nicht sofort an Ihre Heimat Mauritius.

Sylvie Helgason: (lacht) Das stimmt. Mein Mann war Isländer. Ich bin mit 21 mit ihm nach Deutschland gekommen. Daher der Name.

In Mauritius ist die Amtssprache englisch, für Sie also eine Selbstverständlichkeit. Ist das eine wichtige Bereicherung bei Ihrer Arbeit in Kitas?

Grundsätzlich schon. Im Kollegenkreis musste ich aber auch einmal die Erfahrung machen, dass es zunächst nicht gut ankam, manchmal englisch zu sprechen. Da ist schnell ein Konflikt entstanden. Nach einer Studienreise aber, während der nur englisch gesprochen wurde, waren meine Sprachkenntnisse plötzlich wertgeschätzt. Für mich ist die Sprache Teil meiner Heimat Mauritius, die mich geprägt hat. In Mauritius spielen viele Kulturen eine Rolle. Durch Freunde mit britischem Hintergrund hatte ich schon in meiner Kindheit und Jugend so viel Kontakt mit dieser Kultur, dass ich noch heute das Frühstück mit Haferflockensuppe verbinde.

Es drängt sich gerade zu auf, dass wir uns noch etwas über kulturelle Unterschiede unterhalten. Sie sind als Mitglied unseres Berliner Teams unterwegs. Wie erleben Sie den Kita-Alltag in dieser Hinsicht?

Kulturelle Herausforderungen gibt es nicht nur in Wedding mit einem höheren Anteil muslimischer Familien. Auch in einem deutsch-französischen Umfeld in Zehlendorf gibt es kulturelle Probleme. Ist nun ein Klaps jetzt in Ordnung oder nicht akzeptabel? Das sehen nicht alle gleich. Doch wir sind natürlich in Deutschland und haben unsere eigenen Wertvorstellungen, die mit denen anderer Kulturen manchmal konkurrieren.

Wie gehen Sie ganz praktisch mit unterschiedlichen kulturellen oder religiösen Anforderungen um?

Beim Frühstück zum Beispiel kann man weiße Teller für Wurst aus Schweinefleisch verwenden und silberne Teller für Wurst ohne Schweinefleisch. So lassen sich erst einmal Verwechslungen verhindern. Wenn dann ein Kind die Wurst, die es nicht essen möchte oder darf mit „Iiii“ kommentiert, erkläre ich ihm, dass das Essen ist und wir das aus religiöser Sicht vielleicht unterschiedlich betrachten, aber dass wir es doch trotzdem wertschätzen.

Sind diese kulturellen Unterschiede eigentlich eher eine Belastung oder eine Chance im Kita-Alltag?

Ich sehe das als große Chance. Die Welt ist inzwischen ganz bunt geworden. Wir versuchen, die Kinder zu ermuntern, diese Vielfalt zu entdecken. Noch einmal ein Beispiel aus dem gemeinsamen Essen: die Köchin in einer Einrichtung hatte einmal Rucola auf der Pizza vergessen und wollte ihren Fehler korrigieren. Eine Kollegin wehrte dann ab, weil sie der Meinung war, man sollte den lieber weglassen, die Kinder würden ihn nicht mögen. Ich habe den Kindern dann erzählt, wie gut Rucola schmeckt und wie gesund er ist. Da erwachte die Neugier der Kinder und plötzlich wollten alle probieren. Diese kleine Geschichte ist einfach ein Beispiel dafür, wie wir zur Akzeptanz kultureller Vielfalt erziehen können, statt Vorurteile zu stärken.

Welche Rolle der Islam in Deutschland spielen soll oder darf wird vielfach intensiv diskutiert. Erleben Sie hier Konflikte in den Einrichtungen?

Für mich ist das eher eine sehr positive Erfahrung. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: in einer Einrichtung, für die ich arbeite, nehmen wir jeden Donnerstag auch die muslimischen Kinder in den christlichen Gottesdienst in der Kirche mit. Das ist überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, die muslimischen Kinder sind ganz aufmerksam dabei und auch die Eltern machen alle mit. Das betrifft nicht nur den Gottesdienst, auch beim Laternenfest sind die muslimischen Familien genauso mit dabei wie die christlichen. Die muslimischen Eltern gehen zwar mit ihren Kindern auch in die Moschee, aber sie sind ganz offen, sich auch mit der christlichen Kultur auseinanderzusetzen und sich zu integrieren.

Nachdem Sie selbst verschiedene Länder und Kulturen kennengelernt haben, werden Sie in Deutschland bleiben?

Als ich nach Deutschland kam, bekam ich die Chance als Tagesmutter zu arbeiten, was ich sehr gerne tat. Das war mein beruflicher Einstieg. Damals hatte ich einen roten Stempel im Pass, auf dem stand „Arbeitserlaubnis nur als Tagesmutter“. Es war ein langer Weg für mich, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, deshalb helfe ich heute auch anderen Menschen, die sich als Ausländer in Deutschland schwertun. Ich selbst bin sehr gerne in Deutschland. Mein Ziel ist es aber, später wieder nach Mauritius zurückzukehren.

Bild: Frau Sylvie Helgason

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Haferflockensuppe zum Frühstück

„Meine Arbeit hat jetzt eine neue Qualität“

Extra Team Kita - Isa Timmermann

Sie ist Erzieherin und gehört zu den erfahrensten Kolleginnen unseres Teams am Standort Hamburg. Mehr als 30 Jahre war Isa Timmermann als Mitarbeiterin und Einrichtungsleitung in Kitas tätig. Heute genießt sie im Extra Team Kita ihre neue berufliche Selbstbestimmung.

„Meine Arbeit hat jetzt eine neue Qualität“, erklärt sie im Gespräch mit Tessa Dittmer, denn viel stärker als in ihren früheren Funktionen kann sie bei Extra selbst entscheiden, wo, wann und wieviel sie arbeiten möchte. Auch die Abwechslung, das Herumkommen in verschiedenen Einrichtungen, empfindet sie als Bereicherung. Doch ganz gleich, in welcher Einrichtung man Isa Timmermann gerade trifft: am wichtigsten ist und bleibt es ihr, sich für eine freie Entwicklung der Kinder einsetzen zu können.

Tessa Dittmer: Frau Timmermann, als Sie Anfang der 1980er Jahre als frisch ausgebildete Erzieherin ins Berufsleben starten wollten, sah der Arbeitsmarkt noch anders aus als heute. Wie ist Ihr Einstieg damals geglückt?

Isa Timmermann: Einen Job zu finden, war damals wirklich nicht selbstverständlich. Eigentlich habe ich als Tagesmutter angefangen. Das war alles etwas improvisiert. Einige Eltern schlossen sich zusammen und mieteten eine Wohnung an, um dort ihre Kinder gemeinsam betreuen zu lassen. Diese Betreuung habe ich dann übernommen. Daraus wurde ganz schnell eine richtige kleine Kita. Ein wohlhabender Vater unterstützte uns, sowohl finanziell als auch bei der Verwaltung. So hatten wir keine Geldsorgen und mussten uns kaum um Bürokratie kümmern.

Wir konnten Ausflüge mit den Kindern machen, ja sogar reisen. Das war paradiesisch, aber eben nicht auf Dauer angelegt. Deshalb wechselte ich danach zu einer Krippe, die als Elterninitiative geführt wurde. Und da gehörte dann zum Beispiel auch die Buchhaltung dazu, die wir nach Feierabend in den Gruppenräumen machten.

Ihr nächster Schritt brachte dann noch mehr Verantwortung mit sich.

Ich wollte damals schon länger gerne mal aus der Krippe raus und bekam die Chance, zusammen mit einer griechischen Kollegin eine Kita aufzubauen und schließlich über 15 Jahr lang gemeinsam zu leiten. Das war eine interessante und erfüllende Zeit. Unsere Einrichtung stand unter der Trägerschaft einer Erzieherinitiative. Wir teilten uns die Arbeit gut auf. Inhaltlich lag der Schwerpunkt im Elementarbereich, Nachmittags betreuten wir zeitweise auch Schulkinder.

Allerdings änderte sich vieles über die Jahre. So waren die Einführung der Kita-Card vor rund 12 Jahren und von Qualitätsstandards entscheidende Punkte. Mir schien das damals so, als ob das Drumherum plötzlich viel zu viel Raum einnahm. Ich hatte den Eindruck, dass die Kinder nicht mehr an erster Stelle stehen, obwohl natürlich genau das behauptet wurde. Das widersprach meinem Verständnis von der Arbeit. Ich bin aus diesen Gründen dann erst einmal ausgestiegen und überlegte zwischendrin auch einmal, in der Betreuung von Senioren tätig zu werden. Aber dann wurde mir das Extra Team Kita empfohlen.

Sie sind ja nun auch schon eine ganze Weile bei uns. Wie unterscheidet sich Ihre heutige berufliche Tätigkeit von Ihrem früheren Arbeitsalltag?

Mir gefällt es heute, nicht mehr die Verantwortung für eine ganze Kita tragen zu müssen. Außerdem bin ich weniger verpflichtet, Berichte zu schreiben oder Fördermittel zu beantragen. Diese ganze Arbeit mit Formularen und Stempeln muss mich nicht mehr sorgen. So kann ich mich auf meine eigentliche Aufgabe, auf die Förderung der Kinder, konzentrieren. Dass ich daneben noch viel herumkomme und damit sehr viele Einrichtungen und verschiedene Denkweisen kennenlerne, liegt mir. Ich fühle mich wohl. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mit etwas mehr Abstand auf die jeweilige Situation in der Kita schaue. Auf jeden Fall habe ich nicht mehr dieses belastende Gefühl wie früher, dass ich sehr viel der Verantwortung übernehmen muss, die eigentlich bei den Eltern liegt. Für mich persönlich heißt das, mehr Lebenszeit zu haben.

Ist es nicht auch schwierig, zu Kindern einen Kontakt aufzubauen, wenn man regelmäßig in anderen Einrichtungen ist?

Zunächst einmal bin ich ja nicht immer ganz neu. Ich bin schon immer wieder in den gleichen Einrichtungen. Wenn ich aber wirklich in eine für mich ganz neue Einrichtung komme, bin ich eher zurückhaltend. Die Kinder kommen dann immer schnell selbst auf mich zu. Da gelingt es rasch, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Diese Zurückhaltung ist aber keine Passivität?

Nein, im Gegenteil. Sich zurückzunehmen ist die Grundlage dafür, die Bedürfnisse der Kinder erkennen zu können. Wissen Sie, sinnliche Erfahrungen sind eben wichtig. Wir sind immer so verkopft. Man sollte mit den Kindern gemeinsam den Lebensalltag gestalten. Als Erzieher dürfen wir nicht in Schubladen denken, sondern schauen, was das einzelne Kind braucht.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Kürzlich hat sich ein Anderthalbjähriger in einer Einrichtung einen Weidenkorb geschnappt und sich hineingesetzt. Er war richtig stolz darauf. Eine Erzieherin nahm ihm den Korb dann aber weg und erklärte ihm, dass andere Dinge in den Korb gehören. Das war keine gute Reaktion. Oder noch ein Beispiel: ‚Drück nicht den Lichtschalter‘ ist ein falsches Verbot. Kinder müssen auch das ausprobieren können, selbst wenn sie hundertmal hintereinander das Licht an und ausknipsen.

Solche Situationen gibt es viele in der Kita. Wie gelingt es auch in turbulenten Phasen angemessen zu reagieren?

Mir fällt es inzwischen leicht, diese Situationen zu erkennen. Und ich glaube, dass ich selbst heute mehr Achtung vor den Kindern habe als früher. Weniger erfahrenen Kolleginnen würde ich empfehlen, zu versuchen, die Kinder in ihren Freiräumen zu unterstützen und ihnen die Möglichkeiten zu schaffen, die sie brauchen. Kinder sind heute oft so traurig. Ich glaube, das liegt daran, dass sie zu oft wie kleine Erwachsene behandelt werden. Das heißt aber nicht, dass es keine Grenzen gibt.

Gibt es heute ausreichend Berufserfahrung in den Kitas?

Die Arbeitsbedingungen in Kitas sind ja oft nicht optimal. Immer wieder fehlt es an recht einfachen Dingen, wie zum Beispiel einem Pausenraum. Deshalb herrscht regelmäßig Unzufriedenheit unter den Erziehern, die zu Konflikten führt. Manchmal dauert es Jahre, bis ein Team zusammenfindet. Supervision kann da übrigens eine Hilfe sein.

Es geht also um mehr als die Berufserfahrung. Wenn die Beschäftigten um ihre Arbeitsbedingungen ringen, dann geht das auf Kosten der Kinder.

Aber natürlich sind Erfahrung und Ausbildung wichtig. Ich habe dieses Jahr im Sommer die Situation miterlebt, als eine Praktikantin im Sandkasten ein Kind spielerisch ganz leicht in den Sand einbuddelte. Natürlich war das nicht böse gemeint, aber das Kind fing plötzlich bitterlich an zu weinen. Ich habe dann schnell darauf hingewirkt, die Situation zu beenden. Das Beispiel hat mir wieder einmal bewußt gemacht, welche Situationen entstehen können, wenn zu wenige erfahrene Beschäftigte in einer Einrichtung zur Verfügung stehen.

Was wünschen Sie sich für den Kita-Alltag?

Wir brauchen in Kitas genügend Personal, aber auch das Selbstverständnis der Erzieher, dass wir die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen.

Dazu gehört ein Umfeld, das Kreativität fördert. Steine, Bilder, Decken, Tücher, Sand und
Wasser statt perfektem Spielzeug! Spielsachen sollten möglichst offen verfügbar sein. Die Perfektion im Aufräumen ist aus pädagogischer Sicht nicht optimal. Die Kinder haben ein eigenes Verständnis von Ordnung.

Vielen Dank für das Gespräch Frau Timmermann.

Bild: Tessa Dittmer (l.) im Gespräch mit Isa Timmermann

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„Meine Arbeit hat jetzt eine neue Qualität“

„In der Kita habe ich meine berufliche Heimat gefunden.“

Extra Team Kita - Sabine Kaestner

Sabine Kästner ist eine „Ehemalige“. Ganz häufig bleiben wir bei Extra auch mit Menschen verbunden, wenn sie den Arbeitgeber gewechselt haben. So wächst die „Familie“ und wir freuen uns, immer wieder interessante Lebensgeschichten begleiten zu dürfen. Mit Sabine Kästner sprachen wir über ihren beruflichen Neustart in der bunten Arbeitswelt der Kita.

Extra Update Kita: Frau Kästner, wir wissen, dass Sie heute in der Kita ihren Wunscharbeitsplatz gefunden haben und sind natürlich etwas stolz darauf, dass wir Ihnen helfen konnten. Aber Ihr Weg hierhin war nicht ganz gerade, oder?

Sabine Kästner: Nein, wirklich nicht. Ursprünglich bin ich ja gelernte Werkzeugmacherin. Direkt nach der Schule, damals noch in der DDR, hatte man mir diese Ausbildung angeboten. Damals wusste ich noch nicht so richtig, was ich wollte. Einige Jahre habe ich in dem Beruf aber gearbeitet, zuletzt sogar in der Qualitätskontrolle. Ergänzend habe ich dann berufsbegleitend eine zweite Ausbildung begonnen. Ich wollte Facharbeiter für Schreibtechnik werden, so nannte man das damals. Vollenden konnte ich das aber nicht mehr. Da kam die Wende dazwischen.

War die Wende für Sie persönlich auch ein beruflicher Umbruch?

Ich ging zunächst nach Berlin, arbeitete als Bäckereiverkäuferin und versuchte mit einer Qualifizierung zur Bürofachkraft mein Ziel weiter zu verfolgen. Das hat auch geklappt und ich konnte in ein Baubüro wechseln. Sicher, das war nicht uninteressant. Aber ich habe doch gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Also bin ich wieder in den Handel zurück. Diesmal mit dem Ziel der Weiterqualifizierung in dieser mir ja schon bekannten Branche. Das Team stimmte aber nicht, so dass ich mir nach einer Weile überlegte, professionellen Rat zu suchen.

Mit wem haben Sie sich beraten?

Das war der Lernladen im Berliner Prenzlauer Berg. Das hat mir einen richtigen Kick gegeben. In der Auseinandersetzung mit meinen Wünschen, Stärken und Schwächen habe ich gemerkt, dass die Arbeit mit Kindern für mich das Richtige sein könnte. Ich habe mich dann bei ganz vielen Unternehmen beworben. Aber nur vom Extra Team Kita habe ich eine Antwort erhalten.

Das Problem war sicher die formelle Qualifikation.

Ja, richtig. Ich hatte ja noch keine Ausbildung als Erzieherin. Aber im Extra Team Kita bekam ich die Chance, sofort auch ohne formelle Qualifikation zu beginnen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich Vormittags im Extra-Büro meinen Arbeitsvertrag unterzeichnet habe und dann gleich mit dem Zug in die Krippe gefahren bin. Das war ein toller Einstieg. Aber natürlich wollte ich eine pädagogische Ausbildung nachholen.

Wie haben Sie Ihr Ziel einer Ausbildung als Erzieherin anpacken können?

Zunächst war ich erfolglos. Ich informierte mich zwar bei einer ersten Schule, die lehnte aber ab. Ich habe dann einfach einmal weiter gearbeitet und mich parallel anderweitig bei Schulen beworben. Möglich wurde die Ausbildung dann durch die Zusammenarbeit zwischen Extra und dem Träger einer Einrichtung. Ich bin für den Praxisteil direkt dorthin gewechselt und habe meinen Schulplatz organisiert.

Im Februar 2015 geht’s los mit meiner Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Die Ausbildung wird drei Jahre dauern, zweimal die Woche bin ich für 8 Stunden in der Schule. Das wird nicht ohne.

Wir drücken die Daumen, dass das gut klappt. Wie sehen Sie auf Ihre Zeit im Extra Team Kita zurück? Das waren immerhin zwei Jahre.

Bei Extra konnte ich ganz schnell und ohne lange Wartezeiten einsteigen. Da konnte ich mich beweisen. Ohne diese Chance hätte ich wohl kaum meinen Einstieg in die Kita finden können. Auch die Einrichtung, bei der ich jetzt die Ausbildung beginne, stellt eigentlich grundsätzlich nur Personen mit Berufserfahrung ein. Die Begleitung von Extra war deshalb wichtig. Inzwischen ist mir klar geworden, dass mein Weg eine Ausnahme ist. Nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Extra und einer engagierten Kita-Leitung hat das so klappen können.

Sehr hilfreich waren übrigens die Fortbildungen der Extra Akademie. Die Themen „Resilienzfaktoren“ und „Ernährung“ fand ich besonders interessant. Die Inhalte konnte ich immer gleich in den Kita-Alltag einbringen.

Sie haben uns erlaubt, Ihr Alter zu verraten. 2015 werden Sie 50 Jahre alt. War es nicht schwer, sich noch einmal ganz neu zu orientieren?

Natürlich ist das nicht ganz einfach. Aber ich habe das Gefühl, jetzt endlich eine berufliche Heimat gefunden zu haben. Die Kinder geben einem sofort zurück, was man ihnen gibt. Das ist einfach nur schön.

Vielen Dank und alles Gute für Ihre Ausbildung.

Bild: Sabine Kästner

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„In der Kita habe ich meine berufliche Heimat gefunden.“