In drei Jahren bin ich wieder da

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Ihr beruflicher Start verlief nicht wie im Drehbuch. Fünf Jahre zurück: im Juli 2013 befindet sich Sandy Pivtoriac hochschwanger in ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin. Sie hält durch, schließt ihre Ausbildung erfolgreich ab, sichert sich parallel den Realschulabschluss und bringt danach ihre erste Tochter gesund auf die Welt. Zäh ist sie, verfolgt ihre Ziele. Was bisher geschah und wie sie ihre Zukunft gestalten wird, darüber sprach Sandy Pivtoriac mit der stellvertretenden Extra-Niederlassungsleiterin Julia Wengerek und Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay in Dresden.

Julia Wengerek: Frau Pivtoriac, Anfang 2018 sind sie auf unser Team in Dresden gestoßen. Wie kam es zu dem Kontakt?

Sandy Pivtoriac: Nach meiner Ausbildung als Sozialassistentin hatte ich schon 2015 versucht, die Erzieherausbildung anzuschließen. Aber wie schon bei meinem ersten Kind kam mir nochmals eine Schwangerschaft dazwischen. Nach dem Mutterschutz wollte ich dann zunächst wieder arbeiten und parallel so schnell wie möglich einen Ausbildungsplatz suchen. Ich wusste zunächst gar nicht warum das mit den Bewerbungen so zäh lief, auf jeden Fall war es mühsam. Ich bekam richtig skurrile Angebote. Zum Beispiel im Verkauf oder in einer Fleischerei. Das entsprach ja nun wirklich nicht meiner Ausbildung. Die nächsten Angebote kamen aus der Altenpflege. Das war ja schon eher die richtige Richtung, aber mir war das körperlich und seelisch zu anstrengend. In dieser Situation bin ich auf Extra gestoßen. Das Angebot war für mich wie eine Erlösung. Ich konnte endlich in meinem erlernten Beruf arbeiten.

Julia Wengerek: Sie hatten allerdings eine Bedingung im Gepäck, mit der wir klarkommen mussten.

Sandy Pivtoriac: Ja, ich vermute, dass ich davor deshalb Absagen bekommen hatte, weil ich ja nur zeitlich befristet, nämlich bis Juli 2018 eine Stelle suchte. Da haben alle immer gleich geblockt. Aber das hing eben mit meinem Ausbildungsplatz zusammen. Inzwischen hatte ich den nämlich gefunden und wusste damit, dass ich nur für wenige Monate würde arbeiten können.

Sebastian Lazay: Unsere Kollegen in Dresden sind darauf eingegangen und jetzt ist ihre Arbeit bei uns auch schon zu Ende. Wie haben Sie die fünf Monate, die es dann doch bei uns geworden sind, denn persönlich erlebt?

Sandy Pivtoriac: Für mich war das die perfekte Vorbereitung für die Erzieher-Ausbildung. Spätestens seit meinem zweiten Kind, und eigentlich schon seit ersten Babysitter-Erfahrungen als Teenager, war ich mir völlig sicher, den Abschluss als Erzieherin machen zu wollen. Deshalb wollte ich schon vor der Ausbildung möglichst viel Berufserfahrung in Kitas sammeln. Mit einem 30-Stunden-Vertrag konnte ich bei Extra genau so viel arbeiten, wie ich wollte. Und ich habe drei verschiedene Einrichtungen kennenlernen können, war viel in der Krippe und manchmal habe ich sogar in der Küche ausgeholfen. Mir hat alles viel Spaß gemacht. Natürlich sind die Einrichtungen unterschiedlich. Auf ein gutes Klima und ein kollegiales Verhältnis bin ich immer gestoßen. Der Zugang zu den Kollegen ging allerdings manchmal schneller und manchmal langsamer.

Sebastian Lazay: Der Zugang zu den Kindern geht meistens viel schneller. Was sind für sie die schönsten Ereignisse im Kita-Alltag?

Sandy Pivtoriac: Wenn ich in eine Einrichtung komme und die Kinder alle angerannt kommen – das ist so ein schöner Moment! Noch wichtiger ist es aber, die Entwicklungsschritte verfolgen zu können. Wenn der kleine Konrad, der Kleinste der Gruppe, plötzlich laufen kann, dann geht einem das Herz auf.

Julia Wengerek: Waren die Einsätze über uns Ihre ersten Kita-Erfahrungen?

Sandy Pivtoriac: Im Rahmen meiner Ausbildung als Sozialassistentin hatte ich schon einmal ein Praktikum in einer Kita gemacht. Bei Extra konnte ich darüber hinaus aber auch den Krippenbereich kennenlernen. Das hatte mir noch gefehlt. Den Alltag in Krippe und Kita habe ich daher jetzt drauf und weiß genau, was auf mich zukommt, wenn ich jetzt in die Ausbildung starte.

Julia Wengerek: Sie gehen da einen Weg, der gar nicht so selten ist. In Sachsen ist es möglich, nach einer zweijährigen Ausbildung als Sozialassistent oder nach einer anderen Ausbildung im Rahmen einer weiteren dreijährigen Ausbildung bis zum Abschluss als Erzieher zu gelangen. Die Ausbildung als Sozialassistent dient also der Vorbereitung und Orientierung, zum Beispiel ob man danach in der Altenpflege, der Kinder- und Jugendarbeit oder der Behindertenhilfe einsteigen möchte. Was erwartet Sie denn in den nächsten drei Jahren?

Sandy Pivtoriac: Ich mache die Ausbildung bei einem großen Sozialträger. Das wird für mich drei Jahre Schule bedeuten. Auch drei Praktika werde ich in dieser Zeit absolvieren, insgesamt über 11 Wochen.

Sebastian Lazay: Ein großes Thema im Sozialbereich ist ja im Moment, dass Schüler ihre Ausbildung oft selbst finanzieren müssen – im Gegensatz zum Beispiel zu Auszubildenden, die ja eine Ausbildungsvergütung erhalten. Wie ist das bei Ihnen geregelt?

Sandy Pivtoriac: Ich habe das Glück, dass ich gerade noch unter 25 Jahren alt bin. Deshalb werde ich Schüler-Bafög bekommen, das ich nicht zurückzahlen muss. Ohne diese Förderung würde ich das nicht schaffen. Schließlich muss ich auch noch rund 100 EUR im Monat Schulgeld bezahlen. Die Finanzierung war ein ganz schöner Antrags-Marathon. Aber ich habe das jetzt komplett durchgezogen.

Julia Wengerek: Wir drücken die Daumen für diesen nächsten Lebensabschnitt und wenn Sie möchten, bleiben wir natürlich in Kontakt.

Sandy Pivtoriac: Na klar. In drei Jahren bin ich wieder da. Allein die Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung war im Extra Team Kita ein toller Vorteil. Das war mir wegen meiner eigenen Kinder sehr wichtig und das wird auch weiterhin so sein.

 

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In drei Jahren bin ich wieder da

Warum ist ein Mensch so wie er ist?

Version 2

In Berlin-Charlottenburg trafen sich Miriam Grube, Johanna Gehrke und Extra-Geschäftsführer Sebastian Lazay zu einem Gespräch über die psychologischen Fortbildungsveranstaltungen der Extra Akademie in Berlin. 

Dipl.-Psych. Miriam Grube studierte in Gießen Psychologie mit Nebenfach Medizin und absolvierte anschließend in Berlin eine Weiterbildung in Verhaltenstherapie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Parallel dazu arbeitete sie in einer Kriseneinrichtung für Kinder- und Jugendliche sowie in der Psychiatrie und ist aktuell in einer Gemeinschaftspraxis (Institut für Psychotherapie und Familie) tätig. Dipl.-Psych. Johanna Gehrke sammelte nach dem Studium in Hamburg und Berlin Berufserfahrung in der Kinderpsychiatrie, absolvierte eine Weiterbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie für Kinder und Erwachsene, verfügt über Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen und in der psychologischen Online-Beratung.

Ihnen beiden gemeinsam ist ein Schwerpunkt in der ambulanten Psychotherapie und natürlich ihr Engagement als Referentinnen an der Extra Akademie.

Sebastian Lazay: Frau Gehrke, Frau Grube, vielen Dank für die heutige Runde hier in unserem Berliner Büro. Die Fortbildungsveranstaltungen der Extra Akademie laufen immer ganz ruhig und kontinuierlich im Hintergrund. Heute wollen wir das einmal ändern und diese Arbeit in den Fokus nehmen. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich aktuell?

Johanna Gehrke: Wir haben in Berlin einige Fortbildungsthemen von unseren Kolleginnen Franziska Bomba und Franka Metzner aus Hamburg übernommen. Dabei war und ist das Thema „Resilienz“ von besonderer Bedeutung. Aktuell läuft es unter der Überschrift „Innere Schätze heben“. Wir haben nun geplant, es in zwei Teile aufzuteilen, also in Grundlagen der Resilienz und die Vorbereitung der praktischen Umsetzung. Insgesamt bieten wir ab diesem Jahr zehn verschiedene Veranstaltungen an. Neu dazu gekommen sind zum Beispiel Stressbewältigung durch Achtsamkeit und Selbstfürsorge in zwei getrennten Veranstaltungen.

Neben pädagogischen Themen rund um die Förderung von Kindern und Jugendlichen geht es also auch um die Kolleginnen und Kollegen selbst?

Miriam Grube: Das ist richtig. Bei allen Themen ist uns sehr wichtig, dass die Teilnehmenden die Inhalte selbst erfahren. Praktische Übungen sind wichtig, um das Gelernte auch wirklich umsetzen zu können. Entweder mit den Kindern, oder mit sich selbst. Tatsächlich geht es um noch mehr als die Auffrischung oder Vertiefung von Wissen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Teilnehmenden sich gerne selbst in die Fortbildungen einbringen. Sie berichten von Erfahrungen, von positiven wie negativen Erlebnissen. Auch Stress gehört beispielsweise dazu und damit die Frage, wie der Einzelne damit umgehen kann. So kommt man dann immer wieder zu neuen Fragestellungen. Zum Beispiel zu Entspannungsmethoden. Hier geht es in ersten Übungen oft zunächst nur um das Wahrnehmen ohne zu bewerten. Darauf aufbauend kann man zum Beispiel mit der 30-Sekunden-Methode wirksame Wege für den Umgang mit Stress im Alltag aufzeigen.

Johanna Gehrke: Im letzten Jahr haben wir das kultursensible Arbeiten als neues Thema aufgenommen. Dabei haben wir einen Schwerpunkt auf den Umgang mit traumatisierenden Erfahrungen gelegt. Denken Sie dabei zum Beispiel an Angst vor Feuer, vor Geräuschen oder scheinbar unkritischen Gegenständen wie einer Klebepistole. Es gibt da viele Beispiele. Für uns erscheint es immer selbstverständlich, dass auch Andere die Welt so sehen wie wir. Doch das ist nicht so. Es hilft, wenn wir lernen, den Blick zu öffnen und diese Haltung in Frage zu stellen.

Das klingt nach einem sehr grundsätzlichen interkulturellen Austausch.

Miriam Grube: Ja – und der hat auch richtig Spaß gemacht. Wir haben nämlich auch einmal nach Vorurteilen gegenüber Deutschen gefragt. Teilnehmende mit ausländischem Hintergrund brachten ihre Sicht der Dinge ein und diskutierten das mit den Deutschen. Aus italienischer Sicht fiel zum Beispiel auf, wie stark das Leben in Deutschland nach festen Regeln abläuft. Der einzelne inhaltliche Aspekt war für uns aber gar nicht entscheidend, sondern vielmehr die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen, Einstellungen oder Kulturen. Diesen Austausch in der Gruppe fördern wir in unseren Veranstaltungen sehr, auch im Rahmen von Kleingruppenarbeit. Wir können hier einen sehr offenen und praktischen Dialog beobachten, sogar bei sehr schwierigen Themen wie zum Beispiel Mobbing.

Johanna Gehrke: Wir profitieren hier in Berlin sehr vom Engagement der Teilnehmenden. Sie bringen ganz viel praktische Erfahrung mit, sowohl positiv als auch negativ. Für unsere Veranstaltungen ist das sehr bereichernd. Und der Erfolg gibt uns recht. Die Schulungen sind gut nachgefragt und sehr positiv bewertet.

Miriam Grube: Dabei haben wir es in Berlin mit einer sehr heterogenen Gruppe zu tun. Von Menschen mit abgeschlossenem pädagogischen Studium bis zum Quereinsteiger ohne Ausbildung ist jeder dabei. Das ist eine Berliner Besonderheit. Das Team harmoniert in seiner Gemeinschaft sehr gut. Das ist im positiven Sinne wirklich besonders bemerkenswert.

Tatsächlich beschäftigen wir in Berlin teilweise auch Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung. Das ist sonst in unserem Hause nicht möglich. Dabei achten wir jedoch auf eine gute Eignung für eine Arbeit in Kitas. Eine Vorerfahrung als Tagesmutter kann zum Beispiel eine solche Eignung nahelegen. Wie stehen Sie zu dieser Frage?

Johanna Gehrke: Es kommt auf die praktische Tätigkeit im Alltag an. Wenn ein gutes inhaltliches Konzept in einer Einrichtung gelebt wird, können auch Menschen ohne abgeschlossene pädagogische Ausbildung eine wertvolle Unterstützung sein. Neben einer guten Anleitung im Arbeitsalltag können letztlich auch unsere Seminare dazu beitragen, dass ein Austausch mit erfahren und gut ausgebildeten Pädagogen zustande kommt, und auch Beschäftigte ohne Ausbildung theoretisches und praktisches Wissen sammeln können.

Wenn Sie einige Jahre zurückblicken – was hat Sie eigentlich selbst bewogen, sich mit der Psychologie so intensiv zu beschäftigen, dass Sie sie zu Ihrem Beruf gemacht haben? Und ist dieser Beruf nicht manchmal auch schwer zu ertragen?

Miriam Grube: Ich wollte immer wissen ‚Warum ist ein Mensch so wie er ist?‘ Das hat mich schon in meiner Kindheit interessiert. Dieses Ziel habe ich verfolgt.

Johanna Gehrke: Unsere Arbeit ist weniger schwer, als viele Menschen das denken. Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten, mit ihnen in Kontakt zu stehen, ist ganz wunderbar. Kinder drücken sich oft im Spiel und über Symbole aus. Das macht die Arbeit noch lebendiger. Es ist ein sehr schöner, helfender Beruf, der mir eher Energie gibt, als nimmt. Es geht dabei aber schon immer wieder um die Frage der Balance zwischen „berührbar bleiben“ und „professionelle Distanz wahren“. Anders gesagt: es zählt das Mitgefühl, nicht das Mitleid.

Miriam Grube: Wir behandeln in der Psychologie das gesamte System. Gerade bei Kindern also auch die Verbindung zu den Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Wir können hier sehr viel bewegen. Auch, indem wir mit Erziehern zusammenarbeiten. In der Arbeit mit Kindern ist ganz viel möglich, der Weg ist noch nicht vorbestimmt.

Ist es so, dass Sie dank Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Ausbildung und Ihrer Erfahrung zu jedem Menschen einen echten Kontakt herstellen können? Oder geraten auch Sie an Grenzen?

Miriam Grube: Dass etwas wirklich nicht passt, kommt tatsächlich nur sehr selten vor. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich als junge Therapeutin mit einem älteren Herrn zu tun hatte. Dabei fiel es ihm schwer, sich auf meine Ratschläge und Hilfestellungen einzulassen. Aber diese Schwierigkeiten, die sich in der therapeutischen Beziehung manchmal auftun, erleben die Patienten zumeist auch in Beziehungen außerhalb der Therapie und können dann auch eine Chance sein, wenn man im therapeutischen Kontext darüber redet. Auf jeden Fall ist es richtig, dass die Beziehung zwischen Patient und Therapeut der größte Wirkfaktor ist.

Johanna Gehrke: Teil unserer Ausbildung ist auch die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte. Das hilft dabei, eigene Themen außen vor zu lassen und sich ganz auf das jeweilige Gegenüber einzustellen. Mir ist es bisher gelungen, in jedem Menschen einen Teil zu entdecken, den ich mag. Auch dann, wenn ich zum Beispiel mit vielen Ansichten nicht übereinstimme.

Vielen Dank für diese Einblicke in Ihre Aufgabenfelder. Ich wünsche uns allen weiterhin eine gute Zusammenarbeit!

Bild: Sebastian Lazay mit Johanna Gehrke (Mitte) und Miriam Grube (rechts)

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Warum ist ein Mensch so wie er ist?

Sechs Monate nach dem Berufseinstieg: Wir sind krisenerprobt!

Berufseinstieg Extra Team Kita

Vor einem halben Jahr haben sich Nadine Conta und Eileen Thamm entschieden, im Extra Team Kita in den Job zu starten. Mit Teamleiterin Tessa Dittmer und Geschäftsführer Sebastian Lazay sprachen die beiden Sozialpädagogischen Assistentinnen über ihre Erlebnisse, ihre positiven und negativen Erfahrungen und darüber, was den Unterschied ausmacht, in wechselnden Einrichtungen zu arbeiten.

Extra Team Kita: Nach Ihrer Ausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogische Assistenz und Heilerziehung in Alsterdorf hatten Sie unter vielen Trägern die Auswahl. Wie sind Sie auf uns gekommen und vor allem, warum haben Sie sich für das Extra Team Kita zum Berufseinstieg entschieden?

Eileen Thamm: Ich wollte studieren und suchte daher parallel einen Job, der mir immer wieder Freiräume dafür ermöglicht. Ich bin dann schließlich über eine Internetausschreibung auf Extra gestoßen. Nach meiner Bewerbung ging das hier ganz schnell. Und als ich gerade meinen frisch unterschriebenen Vertrag zu Hause hatte, wollte ich mit Nadine einkaufen gehen. Da habe ich ihr von Extra erzählt, ihr die Angebote empfohlen und so haben wir dann gleich beide zusammen angefangen.

Nadine Conta: Ich war gegenüber Personaldienstleistern ja etwas skeptisch. Aber die Berichte von Eileen waren einfach sehr positiv und mein erster eigener Termin in Hamburg war auch sehr sympathisch. Für mich war toll, dass ich gleich mitbestimmen konnte, wieviele Stunden ich arbeiten möchte und in welchen Einrichtungen ich eingesetzt bin. Außerdem war die Bezahlung bei Extra besser.

Eileen Thamm: Ich hatte schon einmal Erfahrung mit einem anderen Personaldienstleister gemacht. Da wurde ich wirklich unfreundlich behandelt. Bei Extra war das von Anfang an anders, das war eine ganz herzliche Atmosphäre.

Nadine Conta: Manchmal schauen die Leute komisch und fragen ‚Warum arbeitest Du nicht bei einem richtigen Träger?‘. Ich erkläre dann immer, dass die Bedingungen bei Extra toll sind und die Vorurteile nicht stimmen. Ich habe ja sogar sofort einen unbefristeten Vertrag bekommen. Das war mir auch für den Berufsstart sehr wichtig.

Extra Team Kita: Wie haben Sie dann die praktische pädagogische Arbeit in den Einrichtungen erlebt?

Nadine Conta: Bei meinen Einsätzen habe ich schon gemerkt, was mir liegt und was nicht, zum Beispiel dass ein rein offenes Konzept auf Dauer nicht das Richtige für mich ist.

Eileen Thamm: Ich habe einmal erlebt, dass ich wirklich schlecht eingearbeitet wurde. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Das war zwar zunächst keine gute Erfahrung, aber ich hatte ja bei Extra die Sicherheit, dass man mir hilft, wenn etwas nicht optimal läuft. Es gibt in Kitas immer wieder menschliche Konflikte. Da ist es dann gut, bei einem Personaldienstleister noch einen anderen Rückhalt und etwas mehr Distanz zu haben. Manchmal muss man dann eben bewusst die Einrichtung wechseln. So war es auch in diesem Fall.

Nadine Conta: Das ist der Grund, warum ich wirklich jeden Tag glücklich zur Arbeit gehe.

Eileen Thamm: Ich weiß, dass viele Beschäftigte in den Einrichtungen sehr überfordert sind. Das geht manchmal bis zum Burnout. Wir dagegen übernehmen wirklich nur die pädagogische Arbeit. Das ist wesentlich entspannter.

Extra Team Kita: Sorgen diese unterschiedlichen Rollen als Beschäftigte bei Extra und fest in den Einrichtungen da für Konflikte?

Nadine Conta: Nein, das nicht, wir arbeiten in der Regel sehr gut zusammen. In den Kitas gelingt es mir schnell, zu überzeugen. Die Kollegen sind für die Unterstützung ja dankbar. Ich kann mir Zeit für die Kinder nehmen. Gerade schwierigere Kinder gehen oft unter. Denen kann ich mich annehmen.

Eileen Thamm: Ich habe im Krippenbereich Erfahrungen mit der Dokumentation gemacht. Gute Checklisten habe ich dann schon auch einmal in eine andere Einrichtung mitgenommen. Das hilft dann, die Arbeit dort zu erleichtern und es macht auch Spaß, sich mit den Erfahrungen aus verschiedenen Einrichtungen immer wieder an anderer Stelle einzubringen. Ganz praktisch habe ich das zum Beispiel mit einer Wickel-Checkliste erlebt oder auch mit der Idee einer Infotafel zu Tagesaktivitäten.

Extra Team Kita: Sie schildern die Arbeit in wechselnden Einrichtungen sehr positiv. Was ist der Reiz daran?

Eileen Thamm: Durch den Wechsel der Einrichtungen bekommt man sehr oft andere Perspektiven. Nehmen wir als Beispiel den Umgang mit Desinfektionsmitteln. Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt, von sehr wenig bis fast übertrieben viel. Durch die verschiedenen Einsätze ist es einfacher einzuschätzen, was der wirklich richtige Weg ist.

Nadine Conta: Viele Kolleginnen in den Einrichtungen haben diese breite Perspektive nicht. Sie kennen sich vor Ort natürlich besser aus und kennen die Kinder schon länger, aber sie haben oft insgesamt weniger Erfahrung als wir und manchmal wissen sie das gar nicht. Das führt dann immer wieder zu positiven Erlebnissen, wenn wir Probleme gemeinsam gelöst bekommen. Wir sind ja wirklich krisenerprobt. Wir sind es gewohnt, einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Da sammelt man in viel kürzerer Zeit viel mehr Erfahrung als Viele meinen. Mir ist aufgefallen, dass die Kitas ganz wenig über Extra wissen. Was wir so machen, wie wir Schulungen der Extra Akademie und Arbeitsverhältnisse organisieren. Da könnte vielleicht noch mehr informiert werden. Manchmal denken die Leute auch, meine Arbeitsbedingungen seien schlechter, als in den Einrichtungen. Für mich stehen aber Bezahlung und Anforderung bei Extra im Einklang. Das Team stimmt, ich kann Urlaub nehmen, wann ich möchte und nicht nur, wenn die Einrichtung schließt und wenn ich nach Hause gehe, habe ich auch wirklich Feierabend. Das klingt vielleicht selbstverständlich, ist es aber eben andernorts oft nicht.

Extra Team Kita: Wenn man Ihnen zuhört, hat man tatsächlich den Eindruck, Sie wären schon seit Jahren bei uns und nicht erst seit sechs Monaten. Das spricht für Ihren Erfahrungsschatz. Aber, sagen Sie, wie würden Sie in einem Satz Ihren Start bei Extra zusammenfassen? Was war das Wichtigste?

Eileen Thamm: Ich habe ganz viele tolle Kolleginnen kennengelernt. Und im Moment bekomme ich sehr viel Bestätigung von Eltern. Das lädt so richtig den Akku auf.

Eileen Thamm: Die kleinen Dankeschöns freuen einen wirklich. Wenn die Kinder zum Weihnachtsurlaub eine Tafel Schokolade überreichen und ich mir ein Lied wünschen darf – dann geht mir richtig das Herz auf!

Extra Team Kita: Vielen Dank für diese offene Runde und hoffentlich weiterhin viel Freude bei Ihrer Arbeit.

Bild: Eileen Thamm, Nadine Conta, Sebastian Lazay und Tessa Dittmer

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Sechs Monate nach dem Berufseinstieg: Wir sind krisenerprobt!

Ich liebe diese Wanderschaft

Frau Siegemund-Botembe


Eigentlich ist Adèle Siegemund-Botembe von Beruf Krankenpflegehelferin. Mehrere Jahre hat sie in Berlin in verschiedenen Häusern gearbeitet. Im Gespräch mit der Berliner Extra-Niederlassungsleiterin Heike Weber erzählt sie einen Teil ihrer persönlichen Geschichte, wie sie zum Extra Team Kita gestossen ist und warum sie den abwechslungsreichen Berufsalltag dort so schätzt.

Extra Team Kita: Vor Ihrem Start bei Extra haben Sie in der Altenpflege gearbeitet. Was waren da ihre Schwerpunkte?

Adèle Siegemund-Botembe: Seit meiner Validations-Ausbildung war ich hauptsächlich in der Betreuung von Demenzpatienten tätig. Das war eine sehr spannende Aufgabe. Die Menschen brauchen Strukturen. Wir haben sie bei täglichen Ritualen wie der Körperpflege, bei Handarbeiten oder auch beim Kochen unterstützt. Wenn ein demenzkranker Mensch merkt ‚meine Welt wird von dir verstanden‘, dann blüht er auf. Das war eine tolle Sache!

Und dennoch wollten Sie sich beruflich verändern?

Nicht unbedingt. Die Arbeit mit Menschen mit Demenz war eine erfüllende Aufgabe. Doch 2012 ergab sich im Berliner Extra Team die Chance, einmal das Arbeitsumfeld der Kita kennenzulernen. Ich fand das spontan interessant.

So sind Sie dann ‚ins kalte Wasser‘ gesprungen?

Ja, schon. Mein erster Einsatz war in einer kleinen Einrichtung in Zehlendorf in einer gemischten Gruppe von Dreijährigen bis zu Kindern im Vorschulalter. Zuerst waren die Kinder zurückhaltend, aber ganz schnell war das Eis gebrochen. Bei den Kollegen ist das oft ähnlich. Wenn man als überbetrieblich eingesetzter Mitarbeiter erstmals in eine Einrichtung kommt, sind oft Vorbehalte da. Sobald die Kollegen aber merken, dass sie sich auf einen verlassen können, wollen sei einen immer wieder buchen. Dieses Akzeptanzproblem bei Kindern und Kollegen im ersten Moment des Kennenlernens ist ganz typisch für unsere Arbeit.

Sie stammen aus dem Kongo. Spielt das in dieser Frage der Akzeptanz eine Rolle?

Das glaube ich nicht. Manchmal haben Kinder einen anderen Rhythmus als andere. Ich habe schon erlebt, dass ich einen Zugang zu Kindern bekomme, den die Kolleginnen im Stammteam nicht haben. Aber das ist keine Frage meiner Herkunft. Gerade die Kinder haben keine Berührungsängste. Sie wissen gar nicht, was Rassismus ist, das wird ihnen nur leider manchmal später anerzogen. Sie gehen ganz offen auf mich zu. Manchmal werde ich gefragt: ‚Kommst Du jeden Tag aus Afrika?‘. Dann antworte ich: ‚Nein, ich komme aus Charlottenburg.“ Ab und zu muss ich auch erklären, nicht bemalt zu sein oder ich höre ganz lieb gemeinte Kommentare, wie ‚meine Schokoladenfrau‘. Das ist alles sehr natürlich. Am liebsten würden die Kinder mit mir nach Afrika reisen. Sie träumen von diesem Kontinent und auch davon, mit einer Giraffe zurückzukommen.

Welche Rolle spielt ihr Heimatland heute für Sie?

Ich habe das Land erst wieder entdecken müssen. Ich bin zwar in Kinshasa geboren aber schon mit 13 Jahren nach Europa gekommen. Das war in den 70er Jahren. Meine Mutter arbeitete damals im diplomatischen Dienst in Belgien, bevor wir nach Deutschland zogen. Erst 2012 war ich für zwei Monate im Kongo. Das war das erste Mal, dass ich das Land bewusst erlebte. Diese Zeit in Afrika war die schönste Zeit in meinem ganzen Leben. Ich habe zwei Monate richtig auf dem Dorf gewohnt. Das war eine Reise zu meinen Wurzeln voller Erfahrungen. Ich habe traditionelle Heilmethoden und ein ganz anderes Lebensgefühl kennengelernt. Leider leidet das Land noch heute unter den Folgen der Kolonialisierung. Aber es ist hoch interessant. Allein die Sprache! Wir haben neben Französisch noch über 200 verschiedene Sprachen und Dialekte im Kongo.

Hat Ihre Herkunft Einfluss auf Ihre Arbeit in der Kita?

Ein bisschen schon. Ich vermittele den Kindern, dass es etwas Gutes ist, anders zu sein. Andere Menschen sehen anders aus, aber sie denken wie wir. Diese Botschaft nehmen die Kinder sehr gerne an.

Im Extra Team Kita sind Sie immer wieder in anderen Einrichtungen eingesetzt. Wie erleben Sie diesen Alltag?

Ich liebe diese Wanderschaft. Sie ist abwechslungsreich. Ich lerne verschiedene Kitas kennen oder arbeite in der Einzelbetreuung in Privathaushalten. Bisher habe ich alle Angebote, in Einrichtungen direkt zu wechseln abgelehnt. Bei Extra kann ich viel mehr selbst entscheiden, wann und wo ich arbeiten möchte, als in einer festen Einrichtung. Das bereichert mein Leben. Man hat das Gefühl, man bleibt jung.

Wir wissen, dass Sie auch ehrenamtlich engagiert sind. Wofür setzen Sie sich ein?

Ich habe 5 Jahre lang ehrenamtlich für die Tafel in der Gedächtniskirche gearbeitet und dort einmal pro Woche das Frühstück für Bedürftige begleitet. 50 Jahre gab es diese Einrichtung. Ich habe dort Gespräche geführt und die Seelsorge unterstützt. Leider ist die Einrichtung jetzt geschlossen. Inzwischen arbeite ich einmal pro Woche in der Kleiderkammer. Auch das ist eine gute Erfahrung. Die Berliner sind unglaublich spendabel.

Bild: Adèle Siegemund-Botembe

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Ich liebe diese Wanderschaft

„Nichts berührt so direkt wie ein Klang“

Extra Team Kiita_Frau Voigt

Wenn Ingeborg Ursula Voigt in die Einrichtungen unserer Kunden kommt, wird sie nicht selten gefragt, wie sie sich musikalisch einbringen kann. Es hat sich herumgesprochen, dass die ausgebildete Konzertpianistin und Musikerzieherin ganz besondere Fähigkeiten hat. „Das Singen“, sagt sie, „bringt sofort Ruhe in eine Gruppe von Kindern. Das lockert alles.“

Extra Update Kita: Ihr Ruf eilt ihnen vorweg, Frau Voigt. Kürzlich wurden sie in einer Einrichtung von den Kindern mit einem lauten „Inge-singe-Dinge“ begrüßt. Bei den Kindern kommt es offenbar gut an, wie sie Musik in den Kita-Alltag integrieren.

Ingeborg Ursula Voigt: Ja, das war ein schönes Erlebnis. Ich schreibe ja oft meine eigenen Lieder, zum Beispiel Begrüßungs- oder Essenlieder. Die singen wir dann gemeinsam in den Kitas. Das macht den Kindern viel Spaß und mir übrigens auch.

Welche Rolle spielt die Musik in ihrem eigenen Leben?

Nach meiner Ausbildung als Konzertpianistin habe ich viel Kammermusik gemacht und viel unterrichtet. Als später meine eigenen Kinder ihre Schulabschlüsse gemacht hatten, habe ich an einer Musikschule wieder angefangen. Die Musik hat mich mein Leben lang begleitet.

Welche pädagogische Funktion würden sie der Musik zuschreiben?

Nichts berührt so direkt wie ein Klang. In integrativen Einrichtungen lässt Musik die Grenzen zwischen den Kindern verschwinden. Ich habe einmal mit einem Autisten und einem stotternden Kind gearbeitet. Über den Gesang fand ich zu beiden einen Zugang. Und das ist ganz wichtig für die weitere Begleitung der Kinder. Bei dem stotternden Kind ist es im Ergebnis zu einer Heilung gekommen. Diese erstaunliche Wirkung kennen wir aus der Musiktherapie. Eine Ausbildung in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so können wir Musik bewusst einsetzen.

Im Alltag senken wir manchmal einfach nur den Geräuschpegel mit meditativer Musik. Das geht sehr schnell. Doch wenn mehr Zeit ist, arbeiten wir synästhetisch. Es wird musiziert, getanzt, geschauspielert. Gerade mit den 3- bis 4-jährigen kann man so viel machen. Die Kinder lieben es, selbst Instrumente einzusetzen.

Oder denken sie an den Umgang mit Konflikten. Ich hatte kürzlich eine solche Szene: zwei Jungs hauten sich auf die Köpfe. Es war kurz vor einem Eklat. Dann haben meine Kollegin und ich begonnen, ein Lied zu singen und sofort haben sich die beiden Raufbolde hingesetzt und zugehört. Wir haben dann „Heile Segen“ gesungen, es melodiös ausgeschmückt und gemeinsam improvisiert. Manchmal ist es auch sehr wirkungsvoll ‚albern‘ oder ‚operesk‘ zu singen. Da ergänzen sich dann die Wirkungen von Musik und Humor.

Sind das die Momente, in den ihnen die Kinder am meisten von ihrer Arbeit zurückgeben?

Ja. Wenn ein Kind dann leuchtet und einem seinem Anerkennung schenkt, ist das ein herrlicher Moment. Das ist Leben pur, mit Kindern zu arbeiten.

Sie sind für Extra ja in verschiedenen Einrichtungen tätig. Können sie Musik überall in gleicher Weise einsetzen?

Ich komme wirklich viel herum. Es ist so schön, diese Abwechslung zu haben, in verschiedenen Einrichtungen zu improvisieren. Natürlich ist jede Einrichtung anders und es gibt überall einen klaren Tagesablauf. Aber wo immer es passt, bringe ich mich ein. Meistens sind ein Keyboard und die Orffschen Instrumente vorhanden. Damit kann man viel machen. Manchmal spiele ich den Kinder aber auch einfach nur etwas vor. Gerade Crossover-Musik mit orientalischen Einflüssen setze ich gerne quer durch alle Kulturen ein. Man muss eben immer überlegen, was gerade passt. Ich sammle beispielsweise Wiegenlieder, auch aus Algerien oder der Türkei. Damit kann ich immer sehr individuell auf Kinder eingehen. Nicht nur für die Kinder selbst ist das schön, auch die Kolleginnen nehmen das sehr dankbar auf.

Bei all den verschiedenen Gelegenheiten, Musik einzusetzen – was ist ein echter Höhepunkt für Sie bei der musikalischen Arbeit mit Kindern?

Am allerschönsten ist es, mit den Kindern draußen in der Natur zu singen. Da singen die Kinder den Vögeln nach!

Bild: Ingeborg Ursula Voigt

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„Nichts berührt so direkt wie ein Klang“

„Für mich war das der perfekte Berufseinstieg“

Extra Kita Blog Frau Kelmetr

Als Nadezda Kelmetr ihre Ausbildung als Sozialpädagogische Assistentin abgeschlossen hatte, fiel sie erst einmal in ein richtiges Loch. Bewerbung für Bewerbung kam zurück, meist ohne Begründung. Und wenn sie doch einmal etwas mehr erfuhr, dann hörte sie, dass sie keine Berufserfahrung vorzuweisen hätte. Doch wie konnte sie diese Erfahrung sammeln, wenn keiner ihr eine Chance gab?

Dann stieß sie auf das Extra Team Kita. Nur wenige Tage später startete sie in ihren ersten Einsatz. In einer Hamburger Kita vertrat sie zunächst vorübergehend eine ausgefallene Kollegin. Das war ihr beruflicher Durchbruch. Jetzt konnte sie zeigen, was in ihr steckte. Nach nur drei Monaten entschied sie sich, direkt in ihren Einsatzbetrieb zu wechseln. Dort ist sie noch heute beschäftigt und froh über den doch noch geglückten Start ins Arbeitsleben. „Ich halte gerne den Kontakt zum Extra Team Kita aufrecht,“ sagt Nadezda Kelmetr (Bild rechts) heute, „denn für mich war das der perfekte Berufseinstieg.“

So wie ihr geht es vielen BerufseinsteigerInnen. Doch was ist der Unterschied einer Beschäftigung im Extra Team Kita gegenüber dem direkten Start in einer Einrichtung? Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Arbeitsverhältnis werden die Kolleginnen und Kollegen im Extra Team Kita in immer wieder anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendpflege eingesetzt. Ihr Arbeitsvertrag mit dem Extra Team Kita ändert sich dadurch aber nicht. Durch die unterschiedlichen Konzepte und Teams in den Einrichtungen sammelt man schnell viel wertvolle Berufserfahrung.

Alles andere als Alltag

Der Arbeitsalltag ist dabei alles andere als alltäglich. Als SpringerIn in einer Kita den geplanten Ausflug zu retten, der wegen einer erkrankten Kollegin zu scheitern drohte oder die vorübergehende Schließung einer Kita zu verhindern, weil der Personalschlüssel keine Eröffnung mehr erlaubt hätte, sind besondere und doch alltägliche Situationen.

So turbulent geht es freilich nicht immer zu. Wer möchte, kann auch langfristig in einer einzigen Einrichtung eingesetzt werden. Natürlich ist es auch im Extra Team Kita nicht immer möglich, alle Wünsche von Beschäftigten nach Arbeitszeit-, -aufgabe und -ort zu erfüllen, denn schließlich ist das oberste Ziel immer, die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen zu unterstützen. „Aber wir schaffen es schon, sehr viele stärker als andere auf die Anforderungen unserer Beschäftigten einzugehen,“ betont Tessa Dittmer (Bild links) vom Hamburger Extra Team Kita. „Für viele Beschäftigte ist das ein ganz wichtiges Argument. Wir erreichen hier ein Maß an Mitbestimmung im Arbeitsalltag, das Viele so nicht erwarten würden.“ Oft geht es hier um persönliche Vorlieben im Arbeitsalltag wie zum Beispiel die Arbeit im Elementarbereich, oder auch um die Frage, bei welchem Träger man besonders gerne oder auch gerade lieber nicht arbeiten möchte.

Doch was ist, wenn Einrichtung und MitarbeiterIn einfach nicht zu einander passen wollen? „Solche Probleme bekommen wir leicht in den Griff,“ berichtet Tessa Dittmer. „Es kann schon vorkommen, dass Beschäftigte und Einrichtungen nicht immer glücklich mit einander sind. In der nächsten Einrichtung sind dieselben Beschäftigten aber oftmals ganz schnell gar nicht mehr wegzudenken! Diese Abstimmung hinzubekommen ist ja genau unsere Aufgabe. Das nehmen wir sehr ernst!“

Trotz des Wechsels zwischen unterschiedlichen Einrichtungen bleibt der in der Regel unbefristete Arbeitsvertrag immer bestehen. Job-Tickets sowie die Kostenübernahme für Führungszeugnisse und arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen runden das Paket konstant guter Arbeitsbedingungen ab. Und gemeinsame Veranstaltungen wie Weihnachts- oder Sommerfeste sind schöne Gelegenheiten zum Austausch mit den KollegInnen.

Schulungsangebot der Extra Akademie wächst

Nicht mehr wegzudenken ist inzwischen auch das umfangreiche Angebot der Extra Akademie für pädagogische MitarbeiterInnen. Was mit ernährungswissenschaftlichen Schulungen begonnen hatte, ist heute ein breites Angebot geworden, in dem auch die Bereiche Organisation und Recht sowie (Entwicklungs-) Psychologie fest verankert sind. Vertiefende Workshops zu Themen wie „Resilienz“, „Bindung“ und „Konflikte“ gehören genauso zum Angebot der Akademie wie etwa „Diversity in der Kita“, „Sexuelle Gewalt“ oder auch „Erste Hilfe am Kind“.

Mitglied der Extra-Familie werden und bleiben

Wer nach einer Weile mit wechselnden Einsätzen im Extra Team Kita seine „perfekte“ Einrichtung gefunden hat, der wechselt wie Nadezda Kelmetr oft direkt dort hin. Oft sieht man sich aber später auch einmal wieder, deshalb ist es so schön, in Kontakt zu bleiben. Durch unsere regelmäßig erscheinenden Newsletter und das wachsende Facebook-Angebot ist es auch leichter denn je, den Kontakt zur „Extra-Familie“ aufrecht zu erhalten.

Bild: Tessa Dittmer (l.) im Gespräch mit Nadezda Kelmetr

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„Für mich war das der perfekte Berufseinstieg“

Haferflockensuppe zum Frühstück

Extra Kita Blog Frau Helgason

Sylvie Helgason strahlt, gerade auch wenn sie von Ihrer Arbeit berichtet. Man spürt, dass sie mit dem Herzen dabei ist. Wir wollten mit ihr über ihre Arbeit in Berliner Kitas reden. Herausgekommen ist ein Gespräch über kulturelle Unterschiede.

Extra Update Kita: Frau Helgason, wenn man Ihren Namen hört, denkt man nicht sofort an Ihre Heimat Mauritius.

Sylvie Helgason: (lacht) Das stimmt. Mein Mann war Isländer. Ich bin mit 21 mit ihm nach Deutschland gekommen. Daher der Name.

In Mauritius ist die Amtssprache englisch, für Sie also eine Selbstverständlichkeit. Ist das eine wichtige Bereicherung bei Ihrer Arbeit in Kitas?

Grundsätzlich schon. Im Kollegenkreis musste ich aber auch einmal die Erfahrung machen, dass es zunächst nicht gut ankam, manchmal englisch zu sprechen. Da ist schnell ein Konflikt entstanden. Nach einer Studienreise aber, während der nur englisch gesprochen wurde, waren meine Sprachkenntnisse plötzlich wertgeschätzt. Für mich ist die Sprache Teil meiner Heimat Mauritius, die mich geprägt hat. In Mauritius spielen viele Kulturen eine Rolle. Durch Freunde mit britischem Hintergrund hatte ich schon in meiner Kindheit und Jugend so viel Kontakt mit dieser Kultur, dass ich noch heute das Frühstück mit Haferflockensuppe verbinde.

Es drängt sich gerade zu auf, dass wir uns noch etwas über kulturelle Unterschiede unterhalten. Sie sind als Mitglied unseres Berliner Teams unterwegs. Wie erleben Sie den Kita-Alltag in dieser Hinsicht?

Kulturelle Herausforderungen gibt es nicht nur in Wedding mit einem höheren Anteil muslimischer Familien. Auch in einem deutsch-französischen Umfeld in Zehlendorf gibt es kulturelle Probleme. Ist nun ein Klaps jetzt in Ordnung oder nicht akzeptabel? Das sehen nicht alle gleich. Doch wir sind natürlich in Deutschland und haben unsere eigenen Wertvorstellungen, die mit denen anderer Kulturen manchmal konkurrieren.

Wie gehen Sie ganz praktisch mit unterschiedlichen kulturellen oder religiösen Anforderungen um?

Beim Frühstück zum Beispiel kann man weiße Teller für Wurst aus Schweinefleisch verwenden und silberne Teller für Wurst ohne Schweinefleisch. So lassen sich erst einmal Verwechslungen verhindern. Wenn dann ein Kind die Wurst, die es nicht essen möchte oder darf mit „Iiii“ kommentiert, erkläre ich ihm, dass das Essen ist und wir das aus religiöser Sicht vielleicht unterschiedlich betrachten, aber dass wir es doch trotzdem wertschätzen.

Sind diese kulturellen Unterschiede eigentlich eher eine Belastung oder eine Chance im Kita-Alltag?

Ich sehe das als große Chance. Die Welt ist inzwischen ganz bunt geworden. Wir versuchen, die Kinder zu ermuntern, diese Vielfalt zu entdecken. Noch einmal ein Beispiel aus dem gemeinsamen Essen: die Köchin in einer Einrichtung hatte einmal Rucola auf der Pizza vergessen und wollte ihren Fehler korrigieren. Eine Kollegin wehrte dann ab, weil sie der Meinung war, man sollte den lieber weglassen, die Kinder würden ihn nicht mögen. Ich habe den Kindern dann erzählt, wie gut Rucola schmeckt und wie gesund er ist. Da erwachte die Neugier der Kinder und plötzlich wollten alle probieren. Diese kleine Geschichte ist einfach ein Beispiel dafür, wie wir zur Akzeptanz kultureller Vielfalt erziehen können, statt Vorurteile zu stärken.

Welche Rolle der Islam in Deutschland spielen soll oder darf wird vielfach intensiv diskutiert. Erleben Sie hier Konflikte in den Einrichtungen?

Für mich ist das eher eine sehr positive Erfahrung. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: in einer Einrichtung, für die ich arbeite, nehmen wir jeden Donnerstag auch die muslimischen Kinder in den christlichen Gottesdienst in der Kirche mit. Das ist überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, die muslimischen Kinder sind ganz aufmerksam dabei und auch die Eltern machen alle mit. Das betrifft nicht nur den Gottesdienst, auch beim Laternenfest sind die muslimischen Familien genauso mit dabei wie die christlichen. Die muslimischen Eltern gehen zwar mit ihren Kindern auch in die Moschee, aber sie sind ganz offen, sich auch mit der christlichen Kultur auseinanderzusetzen und sich zu integrieren.

Nachdem Sie selbst verschiedene Länder und Kulturen kennengelernt haben, werden Sie in Deutschland bleiben?

Als ich nach Deutschland kam, bekam ich die Chance als Tagesmutter zu arbeiten, was ich sehr gerne tat. Das war mein beruflicher Einstieg. Damals hatte ich einen roten Stempel im Pass, auf dem stand „Arbeitserlaubnis nur als Tagesmutter“. Es war ein langer Weg für mich, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, deshalb helfe ich heute auch anderen Menschen, die sich als Ausländer in Deutschland schwertun. Ich selbst bin sehr gerne in Deutschland. Mein Ziel ist es aber, später wieder nach Mauritius zurückzukehren.

Bild: Frau Sylvie Helgason

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Haferflockensuppe zum Frühstück